Ausstellung: Thomas P. Kausel „Was ist das blaueste Blau? – Die Kraft der reinen,ungemischten Farbe“
Kausels Werke gehören zur Konkreten Kunst. Im Gegensatz zur Gegenständlichen Malerei und Abstrakten Malerei bilden Konkrete Bilder nichts ab. Die Gestaltungselemente Raum und Wände, Leinwand und Farben in Form von Fläche, Linie und Punkt bedeuten „nur“ sich selbst. Das ist real, anschaulich und greifbar. Typisch und wieder-erkennbar sind drei innovative Kennzeichen: 1. ungemischte Farben, 2. gemalte Namen der Pigmente und 3. die Farben im Bild sind chemisch gleichartig.
1. Ungemischte Farben. Kausels Ausgangspunkt sind nicht Phantasien, sondern – getreu den Prinzipien der Bauhauslehre- die real vorhandenen Substanzen: wesentlich dreht es sich um Darstellung von Farb-Substanz, um die optischen Wirkungen und das Erlebnis von Farbe – sie selbst ist das Thema – pur, satt und sinnlich. Farb-Substanz besteht aus wenigstens: Pigment (das sind farbige kleine Kristalle) und Bindemittel wie Leinöl, Acrylharz etc. Kausel arbeitet nur mit reinen, ungemischten Farben. Denn: Mischen macht trübe. Diese Einschränkung auf die 149 lichtbeständigsten Pigmente bedeutet eine weitere Reduzierung innerhalb der, an sich schon „sparsamen“, Konkreten Malerei. Kausels ursprünglicher Grund aber ist: die hohe „Buntheit“ (früher Farbsättigung) ungemischter Farbe lässt uns das klare Farb-Licht äusserst intensiv wahrnehmen, ja erzeugt Emotionen. Generell verfügt reine Materie über mehr Energie als vermischte. Auf der „Bühne“ von Holz, Papier und Leinwand stellen sich die Farbsubstanzen dar – Kausel sieht sich selbst hierbei als „Spielleiter“. Unterschiedliche Malgründe und Grundierungen, Oberflächen und Strukturierungen steigern die Wirkung der stumpfen oder glänzenden Farbschichten. Wo gelöste Ölfarbe in geschliffenes Büttenpapier tief eindringt in die verletzten Papierfasern, erscheint sie nochmals konzentrierter, erkennbar u.a. in Kausels Collagen.
Thomas P. Kausel, geboren 1937 in Berlin, lebt in München, arbeitete als Fotograf und Kameramann, studierte Malerei bei Prof.Vedova ,Chia ,Dias, Birkas, G.K.Pfahler und war Meisterschüler bei Hermann Nitsch. Einzelausstellungen (Auswahl): Kunstverein Augsburg, Goethe-Institut Casablanca, Washington, Helsinki, Mexico D.F., Kalkutta, Thai-Deutsche Kulturstiftung Bangkok, Botschaft der BRD London und Den Haag, Kunstverein Siegen, Kunsthaus Rehau/Archiv Gomringer, Forum konkrete Kunst Erfurt, Museo Linares Chile, Galerie Vromans Amsterdam, Kunstverein Hof, Museum für konkrete Kunst (Szenenwechsel) Ingolstadt, Kunstverein Unna, Museum Modern Art Hünfeld, Städtische Galerie Sohle 1 Bergkamen, Steiermärkischer Kunstverein Graz, Kunstverein Salzgitter. Vorträge und Workshops in: Jordanien, Izmir, Deutsches Farbenzentrum Berlin, Bauhaus Archiv Berlin, Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen und Städt. Galerie Limburg.
2. Namen der Pigmente: Manchmal schreibt Kausel Worte und Zahlen, Codes wie z.B. „Blue 29“ (für das Pigment Ultramarin Blau) in das jeweilige Farb-Feld, stets aber auf die Rückseite des
Bildes. Es sind die weltweit verbindlichen Namen der dargestellten Pigmente gemäß dem „Colour-Index“ (C.I.) – dieses Verzeichnis ordnet seit 1970 alle heute relevanten Pigmente und Farbstoffe erstmalig nach dem chemischen Aufbau, also nicht physikalisch und nach dem Aussehen wie Newtons Spektralkreis, Goethe und andere. So genießen wir die sinnliche Qualität der Farbe und erfahren gleichzeitig ihre Eigenschaften. Prof. Eugen Gomringer, der berühmte „Konkrete“, sagt: “kausel zwingt maler zu wissen, was sie tun und betrachter zu wissen, was sie sehen“. Eine Ausstellung nannte Kausel „Farbe be-kennen“.
3. Chemische Gleichheit: Bei mehrfarbigen Bildern wählt Kausel die verschiedenen Farben nicht intuitiv aus, sondern anhand der C.I.-Liste; So besteht jede Arbeit unbedingt aus dem gleichen
chemischen Stoff, z.B. Cobaltpigmenten. Dadurch entsteht eine überraschende „Interaction of Color“ (Josef Albers), neuartige Farb-Akkorde, unerwartete Empfindungen. All diese Neuerungen
begründen den Begriff „Objektive Malerei“. Schon immer war es ein Ideal der Konkreten, Kunst mit Wissenschaft zu verbinden – Kausel sagt: „...Der Betrachter ist so wichtig wie das Kunstwerk selbst, er ist die „zentrale Figur“; wenn er in Ruhe die Schönheit der in den Raum strahlenden Farbe wahrnimmt, kommt zum Wissen und Denken ästhetischer Genuss hinzu; Gefühle, Erregung und Assoziationen“.
1. Ungemischte Farben. Kausels Ausgangspunkt sind nicht Phantasien, sondern – getreu den Prinzipien der Bauhauslehre- die real vorhandenen Substanzen: wesentlich dreht es sich um Darstellung von Farb-Substanz, um die optischen Wirkungen und das Erlebnis von Farbe – sie selbst ist das Thema – pur, satt und sinnlich. Farb-Substanz besteht aus wenigstens: Pigment (das sind farbige kleine Kristalle) und Bindemittel wie Leinöl, Acrylharz etc. Kausel arbeitet nur mit reinen, ungemischten Farben. Denn: Mischen macht trübe. Diese Einschränkung auf die 149 lichtbeständigsten Pigmente bedeutet eine weitere Reduzierung innerhalb der, an sich schon „sparsamen“, Konkreten Malerei. Kausels ursprünglicher Grund aber ist: die hohe „Buntheit“ (früher Farbsättigung) ungemischter Farbe lässt uns das klare Farb-Licht äusserst intensiv wahrnehmen, ja erzeugt Emotionen. Generell verfügt reine Materie über mehr Energie als vermischte. Auf der „Bühne“ von Holz, Papier und Leinwand stellen sich die Farbsubstanzen dar – Kausel sieht sich selbst hierbei als „Spielleiter“. Unterschiedliche Malgründe und Grundierungen, Oberflächen und Strukturierungen steigern die Wirkung der stumpfen oder glänzenden Farbschichten. Wo gelöste Ölfarbe in geschliffenes Büttenpapier tief eindringt in die verletzten Papierfasern, erscheint sie nochmals konzentrierter, erkennbar u.a. in Kausels Collagen.
Thomas P. Kausel, geboren 1937 in Berlin, lebt in München, arbeitete als Fotograf und Kameramann, studierte Malerei bei Prof.Vedova ,Chia ,Dias, Birkas, G.K.Pfahler und war Meisterschüler bei Hermann Nitsch. Einzelausstellungen (Auswahl): Kunstverein Augsburg, Goethe-Institut Casablanca, Washington, Helsinki, Mexico D.F., Kalkutta, Thai-Deutsche Kulturstiftung Bangkok, Botschaft der BRD London und Den Haag, Kunstverein Siegen, Kunsthaus Rehau/Archiv Gomringer, Forum konkrete Kunst Erfurt, Museo Linares Chile, Galerie Vromans Amsterdam, Kunstverein Hof, Museum für konkrete Kunst (Szenenwechsel) Ingolstadt, Kunstverein Unna, Museum Modern Art Hünfeld, Städtische Galerie Sohle 1 Bergkamen, Steiermärkischer Kunstverein Graz, Kunstverein Salzgitter. Vorträge und Workshops in: Jordanien, Izmir, Deutsches Farbenzentrum Berlin, Bauhaus Archiv Berlin, Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen und Städt. Galerie Limburg.
2. Namen der Pigmente: Manchmal schreibt Kausel Worte und Zahlen, Codes wie z.B. „Blue 29“ (für das Pigment Ultramarin Blau) in das jeweilige Farb-Feld, stets aber auf die Rückseite des
Bildes. Es sind die weltweit verbindlichen Namen der dargestellten Pigmente gemäß dem „Colour-Index“ (C.I.) – dieses Verzeichnis ordnet seit 1970 alle heute relevanten Pigmente und Farbstoffe erstmalig nach dem chemischen Aufbau, also nicht physikalisch und nach dem Aussehen wie Newtons Spektralkreis, Goethe und andere. So genießen wir die sinnliche Qualität der Farbe und erfahren gleichzeitig ihre Eigenschaften. Prof. Eugen Gomringer, der berühmte „Konkrete“, sagt: “kausel zwingt maler zu wissen, was sie tun und betrachter zu wissen, was sie sehen“. Eine Ausstellung nannte Kausel „Farbe be-kennen“.
3. Chemische Gleichheit: Bei mehrfarbigen Bildern wählt Kausel die verschiedenen Farben nicht intuitiv aus, sondern anhand der C.I.-Liste; So besteht jede Arbeit unbedingt aus dem gleichen
chemischen Stoff, z.B. Cobaltpigmenten. Dadurch entsteht eine überraschende „Interaction of Color“ (Josef Albers), neuartige Farb-Akkorde, unerwartete Empfindungen. All diese Neuerungen
begründen den Begriff „Objektive Malerei“. Schon immer war es ein Ideal der Konkreten, Kunst mit Wissenschaft zu verbinden – Kausel sagt: „...Der Betrachter ist so wichtig wie das Kunstwerk selbst, er ist die „zentrale Figur“; wenn er in Ruhe die Schönheit der in den Raum strahlenden Farbe wahrnimmt, kommt zum Wissen und Denken ästhetischer Genuss hinzu; Gefühle, Erregung und Assoziationen“.