Krankenstand im Kreis Siegen-Wittgenstein bleibt auf hohem Niveau
AOK-Gesundheitsbericht 2024: 39,4 Prozent aller Fehltage entfielen auf Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen
Der Krankenstand im Kreis Siegen-Wittgenstein bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsbericht der AOK NordWest hervor. Danach weist die Gesamtbilanz der Krankmeldungen bei den rund 49.000 bei der AOK NordWest versicherten Arbeitnehmenden für das Jahr 2024 im Kreis Siegen-Wittgenstein einen Krankenstand von 7,2 Prozent aus. Im Jahr zuvor lag der Wert bei 7,3 Prozent. Erkrankte Beschäftigte fehlten 26,3 Tage krankheitsbedingt in ihren Betrieben. Dabei dauerten 39,4 Prozent der Fehlzeiten länger als sechs Wochen. „Der häufigste Grund für eine Krankschreibung waren erneut die Atemwegserkrankungen mit fast einem Drittel aller Krankheitsfälle“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider.
Atemwegserkrankungen häufigster Grund für Krankschreibung
Ursache für den nach wie vor hohen Krankenstand war in erster Linie ein weiterer Anstieg bei den Krankschreibungen wegen Atemwegsinfekten und anderen Erkältungskrankheiten. Der Anteil der Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund von Atemwegserkrankungen an allen AU-Fällen lag 2024 mit 29,2 Prozent mit weitem Abstand an erster Stelle. „Die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln, das Tragen von Masken, regelmäßiges Lüften und die Nutzung von mobiler Arbeit haben sich schon während der Covid-19-Pandemie als gute Gegenmaßnahmen bewährt und sollten weiter angewendet werden, um den Krankenstand bei den Atemwegserkrankungen zu senken“, so Schneider.
Nach den Atemwegserkrankungen folgten die Muskel- und Skeletterkrankungen (14 Prozent), Verdauungserkrankungen (5,8 Prozent) und Verletzungen mit einem Anteil von 5,6 Prozent an allen AU-Fällen.
16.04.2 Energie, Wasser, Entsorgung und Bergbau mit höchstem Krankenstand
Im Branchenvergleich ist der höchste Krankenstand bei den AOK-Mitgliedern im Kreis Siegen-Wittgenstein im Jahr 2024 mit 8,6 Prozent im Bereich Energie, Wasser, Entsorgung und Bergbau zu beobachten. Der niedrigste Wert war in der Branche Banken und Versicherungen mit 5,2 Prozent festzustellen.
Krankenstand im Kreis Siegen-Wittgenstein über Niveau von Westfalen-Lippe
Die Fehlzeiten im Kreis Siegen-Wittgenstein liegen mit 7,2 Prozent über dem Durchschnitt in Westfalen-Lippe von 7,1 Prozent.
Betriebliches Gesundheitsmanagement einführen
Schneider weist darauf hin, dass sich das Arbeitsleben in den letzten Jahren durch eine zunehmende Digitalisierung, dem demografischen Wandel, Fachkräftemangel, Arbeitsverdichtung und Homeoffice deutlich verändert habe. „Die Arbeitswelt 4.0 hält Einzug in alle Branchen. Sie zeichnet sich durch eine zunehmende Digitalisierung und Globalisierung sowie durch einen Wandel der gesellschaftlichen Strukturen und Werte aus. Hier braucht es in den Unternehmen ein begleitendes betriebliches Gesundheitsmanagement. Das senkt Krankenstände und Fluktuation, steigert die Mitarbeiterzufriedenheit und führt so zu mehr Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit“, so Schneider.
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Die Gesundheitskasse
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