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Datum: 02.10.2026

Trinkwasser-Sparverordnung läuft aus

Die Trinkwasser-Sparverordnung des Kreises Siegen-Wittgenstein läuft am Freitag, 02.10.2026, planmäßig aus. Dies hat der Kreis Siegen-Wittgenstein in einer Pressemitteilung erklärt. Seit dem 24.08.2026 galten im gesamten Kreisgebiet Verbote, etwa für das Befüllen privater Pools, das Rasensprengen oder das Autowaschen außerhalb gewerblicher Waschanlagen. Entwarnung bedeutet das Auslaufen der Verordnung jedoch nicht, machen Kreis und Wasserverband deutlich: Die Trinkwasserversorgung in der Region bleibt angespannt. Die Füllstände der Talsperren sind weiter unter Normalstand. Deshalb bittet der Kreis Siegen-Wittgenstein alle Bürgerinnen und Bürger, auch weiterhin sparsam mit Trinkwasser umzugehen. „Ich danke allen Menschen in unseren elf Städten und Gemeinden ganz herzlich für ihr Verständnis und ihre Unterstützung in den vergangenen Wochen. Viele haben auf Gewohntes verzichtet und so geholfen, unsere Trinkwasserreserven zu schonen“, betont der Landrat Andreas Müller. „Die Verordnung läuft jetzt aus, weil Verbote wie das Befüllen von Pools oder das Rasensprengen im Herbst kaum noch eine Wirkung haben werden. Die Lage in unseren Talsperren hat sich aber nicht entspannt. Deshalb meine dringende Bitte: Sparen Sie weiter Wasser, wo immer es möglich ist. Jeder Liter zählt, auch damit wir im kommenden Jahr nicht schnell wieder in eine schwierige Situation geraten.“

Regen der vergangenen Wochen reicht nicht aus

Wie stark sich die Verordnung auf den Wasserverbrauch ausgewirkt hat, lässt sich nicht exakt beziffern, da Faktoren wie die Witterung den Verbrauch ebenfalls beeinflussen. Nach Einschätzung des Wasserverbands ist jedoch davon auszugehen, dass die Verordnung gemeinsam mit der großen öffentlichen Aufmerksamkeit das Bewusstsein für einen sparsameren Umgang mit Wasser geschärft hat. Ohne diese Maßnahmen wäre die Wasserabgabe im August und September sehr wahrscheinlich höher ausgefallen. „Die gestiegene Sensibilität für die Ressource Wasser ist ein wichtiger und positiver Effekt“, betont auch Dirk Müller, Geschäftsführer des Wasserverbands. Trotz der Niederschläge und der gesunkenen Temperaturen der vergangenen Wochen sind die Füllstände der Talsperren weiter gesunken. Vom Inkrafttreten der Verordnung am 24.08.2026 bis zum 28.09.2026 fiel der Füllstand der Obernautalsperre von 45 auf 40 Prozent, der der Breitenbachtalsperre von 56 auf 50 Prozent. Der Grund: Der Regen wurde zunächst von den ausgetrockneten Böden und der Vegetation aufgenommen und ist bislang nur zu einem geringen Teil in den Talsperren angekommen. Er hat die Pegel daher nicht steigen lassen, sondern lediglich dafür gesorgt, dass die Füllstände langsamer gesunken sind als in den Hitze- und Trockenmonaten Juni und Juli. Im Vergleich zum langjährigen Mittel fehlen in den Talsperren mehr als sechs Millionen Kubikmeter Wasser. Dieses Defizit hat sich über viele Monate mit zu geringen Niederschlägen aufgebaut. Um es auszugleichen, ist über einen längeren Zeitraum intensiver Niederschlag in den Einzugsgebieten der Talsperren nötig. Neben Dauer, Menge und räumlicher Verteilung des Regens spielen dabei auch die Außentemperatur sowie die Zu- und Abflussmengen eine Rolle.

Lage wird weiter beobachtet

Konkrete Folgeregelungen nach dem Auslaufen der Trinkwassersparverordnung sind derzeit nicht geplant. Ob und wann weitere Maßnahmen erforderlich werden könnten, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Witterung und den Füllständen der Talsperren im Herbst- und Winterhalbjahr ab. Kreis und Wasserverband beobachten und bewerten die Versorgungssituation fortlaufend.

Tipps zum Wassersparen im Alltag

  • Im Bad und WC hilft es, kürzer zu duschen statt zu baden, einen Sparduschkopf zu nutzen und das Wasser beim Zähneputzen, Rasieren oder Einseifen abzustellen. Tropfende Wasserhähne und undichte WC-Spülungen sollten repariert, die Spartaste der Toilette genutzt und unnötiges Mehrfachspülen vermieden werden.
  • In der Küche gilt: Geschirrspüler nur voll beladen einschalten, Geschirr nicht unter fließendem Wasser vorspülen und Obst und Gemüse in einer Schüssel waschen. Beim Kochen nur die benötigte Wassermenge verwenden, Trinkwasser im Kühlschrank kühlen statt den Hahn lange laufen zu lassen. Gemüseputzwasser zum Blumengießen nutzen.
  • Beim Waschen und Reinigen sollte die Waschmaschine nur voll beladen und möglichst mit Spar- oder Eco-Programm laufen. Autos werden am besten in Waschanlagen mit Wasseraufbereitung gereinigt, Wege und Einfahrten nicht mit dem Schlauch abgespritzt.
  • Für den Garten, auch mit Blick auf das nächste Frühjahr, lohnt es sich, Regenwasser zu sammeln, früh morgens oder abends zu gießen, um Verdunstung zu verringern, und auf trockenheitsverträgliche Pflanzen zu setzen.