Inhalt

Kommunale Wärmeplanung

Die kommunale Wärmeplanung ist ein zentraler Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die Wärmeversorgung – also Heizen und Warmwasser – macht über die Hälfte des gesamten Endenergieverbrauchs aus.

Schon vor Inkrafttreten des Landeswärmeplanungsgesetzes hat die Stadt Bad Berleburg die Initiative zur Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung ergriffen und das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier mit der Bearbeitung beauftragt.

Am 08. September 2025 wurde der fertige kommunale Wärmeplan in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Auf Grundlage des Wärmeplans werden nun geeignete Maßnahmen zur Umsetzung und Weiterentwicklung erarbeitet.

Potenziale ermitteln

Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument zur Verwirklichung einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis spätestens 2045 und damit ein wichtiger Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Bad Berleburg. Denn geopolitische Unsicherheiten, steigende Energiepreise und begrenzte Verfügbarkeiten fossiler Energieträger erfordern eine Neuorientierung bei der Energie- und Wärmeversorgung.

Im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung wurden Gebiete identifiziert, die sich für die Versorgung mit Nahwärme grundsätzlich eignen. Andere Gebiete eignen sich künftig für dezentrale Versorgungslösungen wie Holzheizungen oder Wärmepumpen. 

Umsetzung voranbringen

Nun gilt es, basierend auf den Ergebnissen der kommunalen Wärmeplanung, die Umsetzung der klimaneutralen Wärmeversorgung aktiv anzugehen. Speziell für den ländlichen Raum stellt das eine große Herausforderung dar, da der Ausbau wirtschaftlich gesehen weniger attraktiv für die klassischen Betreiber von Wärmenetzen ist. Daher werden aktuell in einem Mikroprojekt alternative Betreibermodelle sowie die Vor- und Nachteile für die spezifischen Rahmenbedingungen Bad Berleburgs betrachtet. 

Foren

In insgesamt drei Fachforen zwischen April 2024 und März 2025 wurden Energieversorger, Energienutzer und weitere lokale Akteure aktiv in den Planungsprozess einbezogen. 

Heizen mit Zukunft

Bei der Veranstaltung "Heizen mit Zukunft" konnten sich die Menschen am 15. März 2025 im Bürgerhaus am Markt über die kommunale Wärmeplanung sowie Technologien und Möglichkeiten für zukunftsfähiges Heizen informieren. 

Präsentation

Fachforum 3 - Ergebnisse

Am 25. November 2024 hat die Präsentation der aktuellen Erkenntnisse im Rahmen von Politik und Fachvertretern stattgefunden.

Forum 3- Präsentation

Fachforum 2 - Kommunale Wärmeplanung - Chancen und Arbeitsschritte

Die Präsentation der ersten Zwischenergebnisse und ein reger Austausch mit Fachvertretern hat am 17. Juni 2024 stattgefunden.

Forum 2- Präsentation

Auftakt Forum

Nachhaltig, effizient, bezahlbar: Die Ziele Der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Bad Berleburg sind klar definiert. Das Auftakt-Forum mit Fachvertretern hat am 15. April 2024 stattgefunden.

Auftakt-Forum-Präsentation

Wie läuft eine Wärmeplanung ab?

Jede Wärmeplanung läuft nach den folgenden Schritten ab:

1. Zunächst wird der Ist-Zustand ermittelt. Hierzu dürfen die für die Wärmeplanung zuständigen Stellen u.a. auch Daten erheben. Diese Bestandsanalyse beinhaltet v. a. die Ermittlung der aktuellen Wärmebedarfe oder -verbräuche sowie der vorhandenen Wärmeerzeuger und Energieinfrastrukturen, einschließlich der eingesetzten Energieträger.

2. Bei der Potenzialanalyse wird u. a. geprüft, welche unterschiedlichen Quellen erneuerbare Energien oder unvermeidbarer Abwärme perspektivisch für die Wärmeversorgung zur Verfügung stehen und unter wirtschaftlichen Bedingungen nutzbar gemacht werden können. Das kann z. B. die Abwärme aus einem lokalen Rechenzentrum oder die Erschließung geothermischer oder solarthermischer Potenziale, von Umweltwärme oder Abwasserwärme sein.

3. Auf Grundlage der Bestandsanalyse und der Potenzialanalyse entwickeln die planungsverantwortlichen Stellen Zielszenarien und eine Umsetzungsstrategie.

4. Im Einklang mit dem Zielszenario teilt die planungsverantwortliche Stelle einzelne Gebiete in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete ein, die beispielsweise zentral über ein Wärmenetz, ein Wasserstoffnetz oder dezentral über eine eigene Anlage im Gebäude (z. B. eine Wärmepumpe oder einen Biomassekessel) versorgt werden können.

Um sich verändernde Rahmenbedingungen und Lerneffekte zu berücksichtigen, ist eine regelmäßige Überprüfung und Fortschreibung der Wärmepläne, grundsätzlich alle fünf Jahre, vorgesehen.