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Der Schlosspark - Kreuzgarten und Orangerie

Der Schlosspark Bad Berleburg erstreckt sich über etwa zwölf Hektar und wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegt. Der Zugang erfolgt durch ein schmiedeeisernes Tor über den Schlosshof. Schon im 16. Jahrhundert berichtet ein Berleburger Chronist von einem zum Schloss gehörigen Tierpark mit Pferden. Damals stand jedoch der wehrhafte Charakter der Schlossumgebung noch deutlich im Vordergrund. Bis ins späte 18. Jahrhundert bestand noch ein Graben, der überwunden werden mussten – heute lässt sich dieser Schlossgraben noch als Mulde an der Nordseite des Schlosses in der Parklandschaft ausmachen. Wie der Zugang in den Garten aussah, ist nicht überliefert. Ab 1736 erreichte man den Schlossgarten über den Roten Turm, durch den man auf den Hauptweg gelangte, der quer durch den Kreuzgarten bis zur Ökonomie, einem landwirtschaftlichen Gut, führte.

Der Kreuzgarten

Hinter dem Tor zum Schlosspark gelangen Gäste in den Kreuzgarten. Dieser ehemals barocke Garten hat seinen Namen eventuell von den in Form eines Kreuzes angelegten Gartenwegen. Die älteste Darstellung des Kreuzgartens aus dem Jahr 1772 zeigt ihn mit vier rechteckig angelegten Beeten und einem Rundbeet oder Brunnen in der Mitte. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Garten umgestaltet und mit wellenförmigen Rasenflächen, einem Brunnen und gewölbten, von Wegen durchzogenen Beeten neu angelegt. Diese gewölbten Beete wurden als Teppichbeete bezeichnet und waren im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert eine beliebte Form der Gartengestaltung. Der Kastanienbestand des Kreuzgartens hat seinen Ursprung wohl zwischen 1800 und 1850. Die heutigen Bäume wurden jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg neu angepflanzt. Sie grenzen den Kreuzgarten als Allee gemeinsam mit einer Natursteinmauer zur Parkstraße hin ab. Die Mauer ist mit barocken Sandsteinputti geschmückt, die Körbe, Früchte oder Girlanden bei sich tragen. Ursprünglich waren diese für den Barock typischen Engelsfiguren weiß bemalt. Am Ende der mit Kastanienbäumen geschmückten Allee steht noch heute ein Zufahrtstor aus dem 18. Jahrhundert, dessen Aufsätze einst als Sonnenuhren dienten. Heute beheimatet der Kreuzgarten auch den Reitplatz der fürstlichen Familie, der 2006 angelegt wurde.

Die Orangerie

Am westlichen Ende des Kreuzgartens befindet sich ein barockes Lusthaus, das im 18. Jahrhundert im Sommer der fürstlichen Familie für Feiern diente. Im Winter wurden darin Zitrus- und Orangenbäume untergebracht, um sie vor Frost zu schützen. Vor dem Lusthaus stehen auch heute noch vier überlebensgroße weibliche Figuren. Drei von ihnen lassen sich aufgrund ihrer Attribute als Personifikationen der Tugenden Liebe, Glaube und Hoffnung identifizieren. Die vierte Figur trägt kein Attribut mehr. In den 1950er Jahren wurde kurzzeitig ein Tennisplatz vor dem Lusthaus angelegt. Seit dessen Entfernung nur ein Jahrzehnt später liegt in diesem Bereich ein von Rosenbeeten umgebener Seerosenteich. Heute ist das Lusthaus des Schlossparks ein beliebter Ort für standesamtliche Trauungen.

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