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Das Schloss Berleburg - von der Burg zum Residenzschloss

Die Anfänge des Berleburger Schlosses reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. 1258 verkaufte das Kloster Grafschaft ein Anwesen an die Grafen von Wittgenstein und die Edelherren von Grafschaft, die hier gemeinsam eine erste kleine Befestigung errichteten. Wie genau diese Befestigung aussah, ist nicht überliefert. Ob dauerhaft eine Burgmannschaft anwesend war und aus welchen Personen sie sich zusammensetzte, ist ebenfalls nicht gesichert. Ein Chronist berichtet jedoch, dass die Burg wohl zunächst vor allem zu Jagdausflügen genutzt wurde und zum Schutz von einem dichten Dornenwall umgeben war. In direkter Umgebung der Burg entstand eine kleine Siedlung, aus der sich die heutige Stadt Bad Berleburg entwickelte.

Umbau zum dauerhaft bewohnten Residenzschloss

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts begannen die Grafen von Wittgenstein, die inzwischen alleinige Besitzer der Burganlage waren, mit Um- und Ausbaumaßnahmen: Zunächst wurde ein Holzhaus errichtet, das um einen Marstall – also um einen Pferdestall –, eine Schmiede und ein Backhaus ergänzt wurde. 1527 erfolgten größere Umbaumaßnahmen, die vermuten lassen, dass die Burg von nun an ununterbrochen bewohnt wurde: Die Burg erhielt durch eine an einen Brunnen angeschlossene Leitung eine Versorgung mit Frischwasser und ein erstes steinernes Gebäude wurde errichtet. Dieses Gebäude wurde Johannes-Bau genannt – benannt nach dem Grafen Johann, der die Ausbauten in Auftrag gab. Das Gebäude, das sich zumindest in Teilen im Nordflügel des heutigen Schlosses erhalten hat, wurde mit einer Wendeltreppe und zwei Gewölben ausgestattet. Vor einigen Jahren wurden in einem der Gewölbe Überreste von Wandmalereien aus der Renaissance entdeckt – was auf ihnen dargestellt ist, lässt sich heute jedoch nicht mehr sicher erkennen. Eventuell birgt dieser Gebäudekomplex sogar noch ältere Bausubstanz. Zu einer nächsten Erweiterung der Anlage kam es nach Johanns Hochzeit mit Margarethe von Henneberg: ein Frauentrakt wurde errichtet. 1533 wurde auch das Außengelände der Burg umgestaltet: Es entstand ein Tiergarten am Südhang des Schlossbergs, in dem junge Hirsche gehalten wurden. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts wandelte sich die mittelalterliche Höhenburg durch die zahlreichen Umbauten zum Residenzschloss.

Erweiterung zur vierseitigen Anlage

Auch Johanns Nachfolger führten die Ausbauten der Anlage weiter fort: Es entstand ein weiteres mehrgeschossiges, steinernes Gebäude mit einer zweiten Wendeltreppe, weitere Wirtschaftsgebäude wurden errichtet, ein Jagdhaus entstand und die Anlage wurde mit Zugbrücke, Gräfte – also einem Graben – und einem Wachgebäude stärker gesichert und befestigt. Bis 1607 war das Schloss zu einer fast vollständig geschlossenen vierseitigen Anlage ausgebaut worden. Der Stadtbrand 1547 zog die Gebäude arg in Mitleidenschaft. Lediglich das steinerne Gebäude und der Turm der Kirche überstanden den Brand. Er wurde im 18. Jahrhundert abgerissen, die darunter liegende Krypta aufgelassen und die sterblichen Überreste der Verstorbenen der gräflichen Familie in die damalige Stadtkirche überführt. Der Turm der zu einem unbekannten Zeitpunkt errichteten Schlosskapelle ist heute in den aktuellen Gebäudekomplex integriert und mit einer Haube im Stil des Barock versehen.

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