Der Bahnhof - die Entwicklung des Bahnhofs
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zügig ein Fahrplan erstellt, der nicht ganz die Streckenauslastung der Vorkriegszeit aufwies. Es fuhren vor allem Triebwagen, die Pendler Richtung Frankenberg oder Erndtebrück brachten. Lediglich für das Wochenende wurden Züge eingesetzt, die aus von Lokomotiven gezogenen Waggons bestanden. Bis in die späten 1960er Jahre wurde das Zugangebot in Berleburg ausgebaut und sogar in das Fernreisenetz der Bahn integriert. Nun konnte man von Berleburg direkt nach Köln und später auch nach Duisburg reisen. Der Güterverkehr gewann für den Bahnhof Berleburg so stark an Bedeutung, dass extra Gleisanschlüsse für Güterzüge gebaut wurden.
Langsamer Niedergang
Doch ab den 1970er Jahren geriet der Bahnhof Bad Berleburg in eine Phase des Bedeutungsverlustes. Die zunehmende Motorisierung der Bevölkerung und die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Straße wirkten sich negativ auf die Streckenauslastung aus. Dies betraf selbstverständlich nicht nur Berleburg, sondern führte auf zahlreichen Bahnstrecken zu einer dauerhaften Einschränkung des Angebots. Im seit 1971 mit dem Titel „Bad“ versehenen Berleburg wurden seit 1975 nach und nach Zugverbindungen eingestellt und wieder aufgenommen, nur um dann doch wieder eingestellt zu werde. 1981 wurden die Verbindungen nach Frankenberg gestrichen. Heute ist diese ehemalige Bahnstrecke zu einem Radweg umgebaut. Seit den 1990er Jahren wurde der Personenverkehr in Bad Berleburg weiter ausgedünnt, Fahrtziele und Schnellzüge gestrichen, Abfahrtstakte verlängert. 1994 wurde der Güterverkehr in Bad Berleburg eingestellt. Auch Serviceleistungen wie Gepäckabfertigung und Fahrkartenverkauf wurden nach und nach abgeschafft.
Vom Bahnhof zum Haltepunkt
Hatte es nach der Einweihung des Bahnhofs 1910 zunächst noch viele Aus- und Anbauten rund an Gebäuden und Schienen gegeben, verfiel der Bahnhofsbereich ab den 1960er Jahren nach und nach: Zunächst wurde die Nutzung der Drehscheibe aufgegeben und selbige schließlich abgebaut, der Lockschuppen wurde verkauft, Gleise wurden zu Nebengleisen degradiert oder ebenfalls abgebaut. 2006 wurde schließlich auch der Stellwerksdienst endgültig eingestellt. Heute trägt der Bahnhof Bad Berleburg nur noch die Bezeichnung „Haltepunkt“. Stündliche fahren Züge über Siegen nach Betzdorf.
Aufbruch in die Zukunft
Doch aller Schwierigkeiten der schienengebundenen Mobilität zum Trotz: Der Bahnanschluss Bad Berleburgs hat Zukunft! Er soll zunehmend auch als Schnittstelle multimodaler Mobilität dienen, etwa durch Anbindung an Buslinien und Radverkehrsnetze. Die Integration in das Konzept „Mobilität Südwestfalen 2030“ unterstreicht den Anspruch, auch in ländlichen Regionen eine verlässliche, nachhaltige Mobilitätsstruktur zu gewährleisten. Das Bahnhofsgebäude ist heute ein attraktiver Anlaufpunkt Bad Berleburgs: Es beherbergt ein Restaurant und gibt nach einer aufwendigen Renovierung einen Einblick in die glanzvolle Vergangenheit des Bahnreisens.