Mit Vollgas in die Zukunft des Projekts Standortpaten
Die Empfehlung für die Zukunft hätte nicht klarer formuliert sein können. Colette Siebert fasste ihn am Ende des digitalen Feedbackgesprächs zum Projekt Standortpaten treffend zusammen: „Das ist ein würdiges Projekt – es lohnt sich, das fortzuführen. Wir geben deshalb weiter Vollgas“, erklärte die Leiterin der Stabsabteilung Regionalentwicklung der Stadt Bad Berleburg. Und fand damit bei den Mitstreiterinnen und Mitstreitern des Projekts nicht nur breite Zustimmung, sondern direkt auch Unterstützung. „Wir wollen dieses erfolgreiche Projekt weiterentwickeln und auf eine noch breitere Basis als bisher stellen. Das ist eine Netzwerkaufgabe – und die werden wir nachhaltig weiterhin nach vorne tragen. Davon können alle Menschen in der Region nachhaltig profitieren“, betonte Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann.
"Toll, was aus dem Projekt geworden ist"
Denn auch wenn die Förderung des LEADER-Projektes zum Monatsende nach drei Jahren Laufzeit endet – an ein Ende wollten die Projektbeteiligten längst nicht denken. Weder die Initiatoren – Stadt Bad Berleburg, VAMED-Klinik sowie Evangelisches Johanneswerk – die das Projekt von Beginn an mit viel Wagemut forciert und maßgeblich mitfinanziert hatten, noch die Akteure, die im Verlauf der Zeit zu einem permanenten Wachstum des Netzwerks beigetragen hatten. Im Gegenteil: Das Projekt, das „Wittis in der Welt“ zurück nach Bad Berleburg holen wollte, war aus Sicht der Beteiligten ein großer Erfolg. Und hat nicht selten dafür gesorgt, dem Fachkräftemangel an vielen Stellen wirksam zu begegnen. Und nicht nur dies. „Es ist toll, was aus dem Projekt geworden ist. Wenn die Stadt nachhaltig als lebenswerte Kommune präsentiert wird, dann übersteigt das den Wert eines neu besetzten Arbeitsplatzes um ein Vielfaches“, betonte Thomas Dörr. Der Leiter der Klinik Wittgenstein des Evangelischen Johanneswerks formulierte daher eine klare Idee für die weitere Zukunft – nicht zuletzt auch in Richtung der zuständigen politischen Gremien der Stadt Bad Berleburg. An diesem Donnerstag, 23.09.2021, stellt die Stadtverwaltung einen entsprechenden Projektbericht im Haupt- und Finanzausschuss vor und wirbt für eine Fortsetzung des Projektes. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass wir uns noch breiter aufstellen als bisher“, forderte Thomas Dörr. Für Elmar Knoche und Florian König stand fest: „Wir müssen unbedingt weitermachen – das bringt uns gemeinsam nach vorne, das bringt uns gemeinsam voran“, brachten es die Geschäftsführer der VAMED-Kliniken in Bad Berleburg unisono auf den Punkt.
Kampagne "Komm & bleib" knüpft an
Ein Appell, dem sich alle Beteiligten anschlossen. Der erste Schritt ist bereits gegangen. Denn als Pilotkommune ist Bad Berleburg bei der Kampagne „Komm & bleib“ der Südwestfalen Agentur dabei. Diese richtet sich insbesondere an Menschen, die schon einmal in der Stadt der Dörfer gewesen sind – vorzugsweise als Touristen. Ein weiterer Baustein, der die Elemente des Standortpaten-Netzwerks künftig ergänzen soll. Und die Identifikation mit der Stadt der Dörfer nach innen und außen weiter stärken soll. „Das Projekt Standortpaten ist eine tolle Aktion, die Kampagne ,Komm & bleib‘ knüpft genau da an. Damit lässt sich etwas Gutes für die Region bewirken. Wir stärken damit schließlich auch das Selbstbewusstsein der Region und der Menschen, die in ihr leben“, erklärte Per Wiebelhaus als Geschäftsführer von „Das Wiebelhaus“, der das Projekt als ehemaliger „Witti in der Welt“ mit einigem zeitlichen Abstand auch aus dieser Perspektive heraus bewertete.
Das Projekt Standortpaten
Das LEADER-geförderte Projekt Standortpaten besteht seit Oktober 2018 und war auf eine Laufzeit von drei Jahren ausgelegt. Im Kern ging es zunächst darum, ein ehrenamtliches Netzwerk von Standortpatinnen und -paten aufzubauen – als modellhafter, integrativer Beitrag zur Fachkräftesicherung im Bereich der Gesundheitswirtschaft. Inzwischen hat sich das Projekt für alle Branchen geöffnet. Die Patinnen und Paten sollen Rückkehrerinnen und Rückkehrern den Start in der Stadt Bad Berleburg vereinfachen – etwa bei der Wohnungs- und Jobsuche, aber auch beim Aufbau eines sozialen Netzwerks. Als Projektträgerin hat die Stadt Bad Berleburg das Projekt gemeinsam mit Unternehmen und Ehrenamtlern Schritt für Schritt ausgebaut: Die Internetseite www.perspektive-blb.de fungiert als Anlaufstation für Interessierte und Unternehmen gleichzeitig, liefert relevante Informationen und ist eine Möglichkeit zur Jobsuche für „Wittis in der Welt“. Hinzu kommen regelmäßige Neubürgerinnen- und Neubürgertreffen, diverse Kampagnen im Bereich Social Media und Newsletter für Unternehmen und „Wittis in der Welt“. Auf diese Weise ist das Projekt binnen drei Jahren gewachsen – und soll nun fortgeführt werden. „Wir sind immer daran interessiert, die Region zu unterstützen und an Projekten teilzuhaben, die Wittgenstein vorantreiben“, betonte Svenja Killer von der Sparkasse Wittgenstein. Die Bank hatte erst vor kurzer Zeit eine weitere Stelle durch einen Neubürger neu besetzt – der Bankkaufmann lebt nun in der Stadt der Dörfer, wie Pressesprecher und Standortpaten-Netzwerker in Personalunion, Holger Saßmannshausen, berichtete. „Wir profitieren davon, dass Menschen und damit Fachkräfte zurück zu uns kommen. Das ist ein tolles Projekt, da müssen wir auf jeden Fall weitermachen“, wusste auch EJOT-Personalerin Simone Julius. In die gleiche Kerbe schlug auch Jan Saßmannshausen: „Gerade die Werbung um Azubis und Fachkräfte ist sehr wichtig, jeder Kanal ist da hilfreich“, betonte der Marketingleiter von Bikar-Metalle aus Raumland. Er sah das Standortpaten-Netzwerk daher als wirkungsvolles Instrument an. Ähnlich wie Marc Sonneborn, der spontan seine Unterstützung für die Weiterentwicklung des Projektes zusicherte: „Das Netzwerk eignet sich für alle Beteiligten, um Fachkräfte zu gewinnen – davon möchte ich ein Teil sein“, erklärte der Inhaber des gleichnamigen AXA-Versicherungsbüros.