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Datum: 09.12.2021

Junge Baumpaten freuen sich über Westenergie-Klimaschutzpreis

Klimaschutz erfordert Engagement und Kreativität. In der Stadt der Dörfer ist genau dies gelebte Praxis. „Hier wird Nachhaltigkeit im Alltag gelebt. Es ist schön zu sehen, wie zahlreiche Projekte in genau diesem Rahmen umgesetzt werden. Dabei wird immer wieder deutlich: Ohne ehrenamtliches Engagement geht es nicht – deshalb gebührt mein und unser Dank allen Menschen, die sich für den Klimaschutz engagieren“, erklärte Bernd Fuhrmann. Der Bad Berleburger Bürgermeister bezog dies einerseits auf das Projekt „Bäume für die Zukunft“, andererseits auf die längst in der DNA der Stadt Bad Berleburg verankerte Nachhaltigkeitsstrategie. Das Projekt der Grundschule „Am Burgfeld“ in Bad Berleburg in Kooperation mit dem Heimatverein Landwirtschaft und Brauchtum erhielt jetzt den ersten Preis im Rahmen der Verleihung des mit insgesamt 2500 Euro dotierten Westenergie-Klimaschutzpreises 2021 der Stadt Bad Berleburg. „Jeder will etwas beim Thema Klimaschutz bewegen, daher unterstützen wir die Projekte gerne. Denn um Klimaschutz voranzutreiben, braucht es oft auch die nötigen finanziellen Mittel“, erläuterte Westenergie-Vertreter Peter Imhäuser.

"Gespür für Klimaschutz entwickeln"

Die Jury – bestehend aus Mitgliedern der Verwaltung der Stadt Bad Berleburg, von Westenergie sowie Verbänden und Institutionen – hatte das Gemeinschaftsprojekt von Grundschule und Heimatverein zum Sieger erklärt, da es Bildungsarbeit für Kinder und konkrete Klimaanpassungsmaßnahmen miteinander vereint. Insgesamt 1250 Euro fließen nun in das Projekt, das die Kinder zu Baumpaten macht. „Wir wollen unseren Schülerinnen und Schülern mit dem Projekt die Möglichkeit geben, bereits frühzeitig ein Gespür für Klimaschutz und seine Notwendigkeit zu entwickeln. Mit dem Projekt ,Bäume für die Zukunft‘ erreichen wir genau das auf spielerische Art und Weise. Kinder sind schließlich unsere Zukunft – und es liegt jetzt an uns allen, ihnen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen“, erklärte Schulleiterin Anja Drenkelfort. Zur Einschulung hatten alle einen Eichensetzling erhalten – auf diese Weise entstanden Patenschaften für 50 Bäume, die der Heimatverein aufzieht. Nach der Grundschulzeit pflanzen die Kinder die Eichen ein – und sammeln zugleich die Früchte der Bäume. Diese pflanzen sie dann wiederum ein und geben einen Setzling an die neuen Schulkinder weiter. Begrünung und Aufforstung der Wälder werden auf diese Weise unterstützt, die Bäume dienen als langfristige CO2-Speicher und Schattenspender.

Viele konkrete Maßnahmen bereits umgesetzt

Platz zwei ging an das Projekt „Kinder leben Natur- und Klimaschutz“ – ebenfalls ein Kooperationsprojekt des Gemeinschaftsvereins Arfeld und der Kita Arfeld. Viele konkrete Maßnahmen sind bereits umgesetzt – der Fokus ist dabei immer auf nachhaltige Bildungsarbeit gelegt. Insgesamt 750 Euro flossen daher nach Arfeld. Konkret übernimmt die Kita in Kooperation mit dem Gemeinschaftsverein die Bepflanzung und Pflege der Hochbeete an der Kita. In den Alltag der Kita integriert ist Umweltbildung durch Beobachtung verschiedener Insektenarten auf der angesäten Insektenwiese – und das Kennenlernen der Lebenszyklen von Pflanzen in den Hochbeeten. Hinzu kommt die Umsetzung von Nisthilfen für den im Edertal beheimateten Eisvogel, ein Naturlehrpfad auf dem alten Bahndamm, eine Holzeisenbahn als Anlaufpunkt auf dem Spielplatz, eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher auf dem aus Kalamitätsholz gebauten Bahnsteig – und mobile Bäume: heimische Kiefern in Holz-Pflanzkübeln, die sich auf dem Vorplatz des Zentrums Via Adrina in Arfeld wiederfinden.

Innovation und klimaschutzrelevante Maßnahmen im Fokus

Das Projekt „Agrofrost Wittgenstein“ vom Mit-dem-Land-leben-Verein sicherte sich Platz drei. Und ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Die Initiative von Marc-Robin Lückert und Steffen Born steht noch am Anfang. Die beiden Verantwortlichen stellen Innovation und klimaschutzrelevante Maßnahmen für die Landwirtschaft in den Fokus. Konkret geht es um regenerative und klimaschonende Landnutzung sowie Bildungsarbeit. Geplant ist Anlegen eines Agroforst-Systems auf den Flächen des Bioland-Milchbetriebs Born in Grünewald (Berghausen) für mehr Bodenfruchtbarkeit. In diesem Zuge soll eine solidarische Landwirtschaft zur regionalen Versorgung entstehen – gemeinwohlorientiert, klimaschonend und regenerativ wirkend. Bildungsarbeit in Form von Workshops, Aktivtagen und Mitmach-Wochenenden kommen flankierend hinzu.

Weitere Projekte gewürdigt

Neben den Top 3 erhielten zwei weitere Projekte eine Urkunde: „BLBiene“ von Frank Rother setzt sich für den Schutz der Honigbiene durch nachhaltige Bienenhaltung ein. Die Ausstellung „Naturgewalt“ der Wittgensteiner Kunstgesellschaft zeigt die Auswirkungen des Klimawandels auf Wittgenstein auf. Die Jury hatte auch diese Projekte lobend hervorgehoben. Zur Jury zählten im Einzelnen Bürgermeister Bernd Fuhrmann, Gerd Schneider (Kämmerer und Fachbereichsleiter Innere Verwaltung), Manuel Spies (Abteilungsleiter Immobilienmanagement und Stabsstelle Wirtschaftsförderung) und Jessica Durstewitz (Klimaschutzbeauftragte der Stadt Bad Berleburg), Martin Schneider (Vorsitzender Bauausschuss der Stadt Bad Berleburg), Peter Imhäuser (Westenergie) und Helga Düben (NABU).