Klimaschutz vor der Haustür: So gelingt ein naturnaher Garten
Trockenheit und Hitze – die Folgen des Klimawandels lassen sich auch an den heimischen Gärten ablesen. Dabei können gerade Gärten einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten, indem sie Insekten und anderen Tieren ein zu Hause bieten. Bei einem Klimaspaziergang in Arfeld erklärten Ulrike und Kai-Uwe Jochims sowie Lars Kroh anschaulich, welche Pflanzen Trockenperioden überstehen, welche Pflege sie benötigen und wie sich Gärten besonders insektenfreundlich gestalten lassen. „Klima- und Naturschutz beginnen schon vor unserer eigenen Haustür. Darauf möchten wir mit unserer Aktion aufmerksam machen und gleichzeitig eine niedrigschwellige Möglichkeit für alle bieten, sich über zukunftsfähigen und naturnahen Gartenanbau zu informieren“, erklärte Lea Burwitz von der Stabsabteilung Regionalentwicklung der Stadt Bad Berleburg, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Marion Baltes die Aktion im Rahmen der bundesweiten Klimaanpassungswoche organisierte.
Hitze- und trockenresistente Stauden
Los ging es an der Wittgensteiner Staudengärtnerei, wo Inhaber Lars Kroh Stauden vorstellte, die sowohl Hitze und Trockenheit als auch den Wittgensteiner Winter überstehen. Er gab den 20 Teilnehmenden Tipps zur Pflege und zu den Standortansprüchen der Pflanzen. Zudem wies er darauf hin, dass viele Stauden als Winterquartier für Insekten dienen und deshalb nicht im Herbst, sondern im Frühling zurückgeschnitten werden sollten.
Lebensraum für Insekten
Die zweite Station des Spaziergangs war das Grundstück von Volker Sonneborn. Der Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg bot seine Blühwiese als Anschauungsobjekt an. Außerdem erfuhren die Teilnehmenden, welche Varianten versickerungsfähiger Flächengestaltungen es gibt. Weiter ging es zur Familie Jochims, die ihren Garten zu einem vielfältigen Lebensraum für Insekten und andere Tiere umgestaltet. Stehendes und fließendes Wasser, Totholz im Boden und auf der Oberfläche, überwiegend heimische Gehölze und Stauden, sonnige und schattige Zonen, ungemähte und gemähte Grünflächen, Steinarrangements, erdige und sandige Bereiche, Blühpflanzen, Kompost und „wilde Ecken“ mit Zweigen, Herbstlaub und Grünschnitt bieten Insekten in all ihren Entwicklungsstadien Lebensraum, Schutz sowie artspezifische Nahrung. Die Art der Bepflanzung spendet dem Boden nicht nur Schatten, sondern hält auch das Wasser lange für die Pflanzen verfügbar. Daher reduziert sich das Gießen und Bewässern auf ein Minimum.
Der Klimaspaziergang in Arfeld war bereits der zweite seiner Art. Während diesmal Trockenheit und Hitze im Mittelpunkt standen, drehte sich beim ersten Mal alles um das Thema Starkregen.