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Klimapartnerschaft

Die Stadt Bad Berleburg baut im Rahmen des Projekts "kommunale Entwicklungspolitik" ihre seit 2019 bestehende Klimapartnerschaft mit dem Distrikt Morogoro in Tansania aus. Ziel ist die partnerschaftliche Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen für den Klimaschutz und die Klimafolgeanpassung in beiden Kommunen. Seit Bestehen der Partnerhschaft entwickeln wir dafür ein gemeinsames Handlungsprogramm, was nun in die Umsetzung geht. Dazu befinden wir uns im stetigen Austausch mit unseren Partnern im globalen Süden. Die ,Kommunale Klimapartnerschaft‘ ist ein Projekt der ,Engagement Global gGmbH‘, die im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung agiert. Das Projekt existiert bundesweit bereits seit 2011 und befindet sich aktuell in der siebten Phase. Die Stadt Bad Berleburg arbeitet seit 2019 im Zuge des Projekts mit Vertretern der Kommunalpolitik und der Zivilgesellschaft, wie dem evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein zusammen, der seit vielen Jahren eine Partnerschaft zum Kirchenkreis Ngerengere im Distrikt Morogoro pflegt. Zukünftigtig wird die Stabstelle Regionlentwicklung federführend für die Umsetzung des Handlungsprogramms verantwortlich sein.


 
Ablauf des Projektes

Startpunkt des Projekts war ein Internationaler Auftakt-Workshop in Münster im Mai 2019. Hier kamen die teilnehmenden deutschen Kommunen mit ihren Partnern aus dem globalen Süden zusammen und übergaben offiziell die unterzeichneten Vereinbarungen, die die Partnerschaft besiegelten. Zudem fanden hier bereits erste Workshops und Arbeitsgruppen statt. Dadurch wurde eine Grundlage für die gemeinsame Arbeit auf Augenhöhe geschaffen.

Im Anschluss an die Veranstaltung in Münster waren unsere Partnerinnen aus Morogoro zum ersten Mal ein paar Tage in Bad Berleburg zu Gast und konnten sich so ein erstes Bild von unserer Stadt machen. Der erste längere und fachlich intensive Austausch fand vom 15. bis 24. Oktober 2019 mit einer Delegation aus Bad Berleburg im Morogoro District statt. Darauf folgte ein erneutes Netzwerktreffen der deutschen Kommunen.

Mit der zweiten Entsendephase fand Anfang März dann der Gegenbesuch der Delegation aus Morogoro bei uns in Bad Berleburg statt.

Bedingt durch die Covid-19- Pandemie fand das 3. Netzwerktreffen Ende Mai 2020 virtuell statt. In Tansania kam es neben den Problematiken aufgrund der Pandemie zusätzlich zu massiven Internetproblematiken, weshalb der Kontakt zu unseren Partner über einige Monate abbrach.

Mit Beginn im Oktober 2020 konnte man sich jedoch wieder per Mailkontakt austauschen. Das 4. Netzwerktreffen der deutschen Kommunen Anfang Dezember 2020 fand erneut online statt, genauso wie das 5. Treffen Anfang Juli 2021). Letztendlich musste auch die geplante Entsendung im Jahr 2021 komplett in den virtuellen Raum verlegt werden.

Trotz der eher widrigen Umstände aufgrund der Covid-19-Pandemie und der Internetproblematiken, konnte gemeinsam mit den Partnern ein Handlungsprogramm erstellt werden. Dabei wurden strategische und operative Ziele, sowie konkrete Maßnahmen für beide Kommunen zu drei Schwerpunktthemen entwickelt. Diese sind:

  1. Nachhaltige Wald- und Forstwirtschaft
  2. Nachhaltiges Wassermanagement
  3. Erhalt der Biodiversität

Im späteren Verlauf sollen zudem die Themen 'Abfallmanagement' und erneuerbare Energien mit hinzugenommen werden. 

Im nächsten Schritt geht es nun darum erste kleinere Projekte zu gestalten, um so das Handlungsprogramm schrittweise umzusetzen.

Erstes Projekt: Klimapartnerschaft trägt Früchte: Nachhaltiger Start in die Praxis

Bereits in diesem Jahr konnte die erste Maßnahme aus dem Handlungskatalog umgesetzt werden. Dabei handelt es sich um ein Projekt zum Aufbau von Kapazitäten für die Erhaltung der Landwirtschaft und der Umwelt. Hierbei wurden LandwirtInnen aus dem Kiroka Ward in Morogoro an einer nachhaltigen Landwirtschaftsschule, im ökologischen und ressourcenschonenden Anbau von Gewürzpflanzen, geschult. Viele ländlich geprägte Wards in Tansania sind von extremer Dürre und Bodendegradation betroffen. Neben dem Klimawandel hat dies auch weitere menschengemachte Ursachen. Im Fall des Kiroka Wards waren die LandwirtInnen, aufgrund von mangelndem Wissen, gezwungen, für den landwirtschaftlichen Anbau in die Quellgebiete von Flüssen einzugreifen, welches jedoch die Dürreproblematik noch verschärft hat. Im Zeitraum von Ende Mai bis Mitte Juni 2022 wurden 29 LandwirtInnen an der nachhaltigen Landwirtschaftsschule in Morogoro (Sustainable Agriculture Tanzania) geschult um Pflanzen zu produzieren, die sowohl zur Verringerung der Umweltprobleme als auch zur Verbesserung ihres sozioökonomischen Status beitragen. Durch einen Vorabworkshop wurde den TeilnehmerInnen zudem die Relevanz vermittelt, das Erlernte in ihre Heimatregionen zu tragen und zu verbreiten. Dieses erste Projekt zeigt, dass die Klimapartnerschaft keinesfalls nur auf dem Papier existiert, sondern ein gemeinschaftliches, langfristiges Vorhaben ist, welches im großen und kleinen Rahmen Impulse gegen den Klimawandel setzt. Die Projektkoordinatorinnen Jessica Durstewitz und Rebecca Dienst haben den umfangreichen Projektantrag beim ,Kleinprojektfonds‘ von Engagement Global eingereicht und damit die nötigen Gelder in Höhe von knapp 19.000€ zur Umsetzung der Maßnahme generiert. Zudem wirkten sie hauptverantwortlich in der Planung und Vorbereitung mit. Nach der Umsetzung ist vor der Umsetzung einer Maßnahme. ,Geplant ist, noch in diesem Jahr einen Förderantrag für ein weiteres Projekt zu stellen, dabei geht es um den Bau von Wasserversorgungsanlagen‘, erklärt Jessica Durstewitz von der Projektkoordination ,Klimapartnerschaft‘. Mit diesem ersten Projekt konnte der Startschuss für die praktische Umsetzung der Handlungsprogramms gesetzt werden. Ein weiteres Projekt ist bereits in detaillierter Planung. Fest steht, dass in den nächsten Jahren im Rahmen der Partnerschaftsarbeit noch sehr viel bewegt und angestoßen werden soll.

1. Entsendung

1. Entsendung

Bei der 1. Entsendung vom 15. bis 24 Oktober 2019 war unsere deutsche Delegation zu Gast in der Partnerkommune in Tansania. Vor Ort wurden unter anderem Naturschutzgebiete und Wasserversorgungsanlagen besichtigt, aber auch Gebiete, in denen Bodendegradation und Überschwemmungen ein großes Problem darstellen. So gibt es beispielsweise vor Ort eine Schule, die jedes Jahr aufs Neue von Überschwemmungen betroffen ist und mehrere Wochen schließen muss. Dadurch konnten wir viele Eindrücke gewinnen und es kristallisierten sich bereits erste Schwerpunktthemen heraus. Die größten Herausforderungen vor Ort sind vor allem suberes Trinkwasser, Wasserspeicherung, Überschwemmungen, unkontrollierte Abholzung und Bodendegradation sowie Abfallentsorgung. Entsprechend sollen Projekte entwickelt werden, die an diesen Punkten gezielt ansetzen.

2. Entsendung

Bei der 2. Entsendung im Zeitraum vom 03.bis 12 März 2020 war die Delegation aus Morogoro zu Besuch in Bad Berleburg. Auch hier konnten wir Eindrücke zur aktuellen Situation in Bad Berleburg sammeln. Dazu haben wir unter anderem die Wisent-Welt besichtigt. Der Themenschwerpunkt hierbei lag auf der Artenvielfalt, dem Mensch/Wildtierkonflikt und der Umweltbildung und inwiefern die Wisente hierzu beitragen können. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt und ein sehr aktuelles Thema waren die Trockenheit und der Borkenkäferbefall in unseren Wäldern. Dazu haben wir Flächen mit ortsansässigen Wald- und Forstwirten begutachtet. Des Weiteren erhielten die Gäste einen Eindruck eines nachhaltigen Wassermanagements. Unter anderem haben wir hierzu die Obernautalsperre und die Kläranlage der Stadtwerke Bad Berleburg besichtigt.

Virtuelle Entsendung

Virtuelle Entsendung

Vom 30. August bis zum 02. September fand im Rahmen des Projektes eine virtuelle Entsendung statt. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie, war eine reale Entsendung leider undenkbar. Ein direkter Austausch war jedoch essenziell wichtig, für die weitere Planung des Projektes und zur Fortschreibung des Handlungsprogramms. Da die Internetverbindung in Morogoro selbst nicht ausreichend für eine Videokonferenz ist, reisten unsere Partner nach Daressalam. Hier wurde in einem Hotel ein Internethub bereitgestellt, welcher eine technisch einwandfreie Übertragung erlaubte.

Der erste Tag diente erstmal dem Ankommen im virtuellen Raum, technischen Hinweisen, formalen Planungen und vor allem dem Kennenlernen. Durch den Stellenwechsel auf Berleburger Seite konnten wir unsere Partner und die anderen Akteure aus Tansania bisher noch nicht persönlich kennenlernen.

Der zweite Tag widmete sich dem Schwerpunktthema ‚nachhaltige Wald- und Forstwirtschaft‘. Zum Einstieg hielt Förster Hendrik Engelhardt von der Wittgenstein-Berleburg'sche Rentkammer einen Vortrag zu aktuellen Lage der Wittgensteiner Wälder. Im Anschluss erläuterte Eliwangu Mnzava, die derzeitige Situation und Herausforderungen auf Seiten von Morogoro. Mit dieser Grundlage konnte man im Anschluss in eine Diskussion gehen. Wo liegen eventuelle Parallelen? An welcher Stelle kann man sich gegenseitig unterstützen? Welche strategischen und operativen Ziele lassen sich formulieren? Und wie sehen erste Maßnahmen in diesem Bereich aus? Die Ergebnisse aus der Diskussion konnten am Nachmittag im gemeinsamen Handlungsprogramm zusammengefasst und festgehalten werden.

Der dritte Tag stand unter dem Schwerpunktthema ‚nachhaltiges Wassermanagement‘. Hier startet Achim Vorbau (Leiter der Stadtwerke in Bad Berleburg) mit einer Präsentation über die Wasseraufbereitung und Frischwasserversorgung in Bad Berleburg. Auf Seiten von Morogoro hielt die Wasseringenieurin Grace Lyimo ebenfalls einen Vortrag, der vor allem auf die mangelnde Versorgung mit Wasser der ländlichen Wards darstellte. Auf dieser Grundlage konnte man erneut in eine Diskussion gehen und gemeine Handlungsziele aufstellen. Am Nachmittag wurden diese erneut im Handlungsprogramm festgehalten.

Am vierten und letzten Tag ging es thematisch um das Schwerpunktthema ‚Erhalt der Biodiversität‘. Dies wurde durch einen Vortrag von Kaja Heising, wissenschaftliche Koordinatorin der Wisent-Welt Wittgenstein, eingeläutet. In ihrem Vortrag stellte Sie unter anderem den Nutzen der Wisente für die heimische Biodiversität heraus. Auch unsere Partner konnten über die aktuelle Situation in Morogoro in Bezug auf das Thema Biodiversität berichten. Auch am letzten Tag wurde ausführlich diskutiert und die Ergebnisse erneut im gemeinsamen Handlungsprogramm festgehalten. Der offizielle Part des letzten Tages wurde durch ein kurzes Grußwort unseres Bürgermeisters Bernd Fuhrmann beendet.

Damit auch ein lockerer Austausch nicht zu kurz kam, traf man sich am Abend erneut im virtuellen Raum für einen gemeinsamen ‚Farewell- Abend‘. Hier konnte man die letzten die Tage nochmal Revue passieren lassen, aber auch die ein oder andere private Frage stellen. Die virtuelle Entsendung war in jedem Fall ein Erfolg, wenn auch sehr intensiv. Dennoch wurde auch klar, dass ein virtueller Austausch eine physische Entsendung nicht komplett ersetzen kann, weshalb wir hoffen im kommenden Jahr unsere Partner vor Ort besuchen zu können und einige Projekte so besser in die Umsetzung bringen zu können. 

Abschlussworkshop Berlin

Abschlussworkshop Berlin

Den offiziellen Abschluss hatte das Projekt der Klimapartnerschaft am 16. und 17. November mit einem internationalen Abschlussworkshop in Berlin. Geplant war es, dass hier alle Klimapartnerschaften nochmal zusammenkommen und die erarbeiteten Handlungsprogramme vorgestellt werden. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten jedoch nur drei Partnerkommunen aus dem globalen Süden anreisen. Da die Inzidenzen in Tansania zu diesem Zeitpunkt zu hoch waren, konnten unsere Partner ebenfalls nicht vor Ort dabei sein. Positiv hervorzuheben war jedoch, dass wir die anderen deutschen Kommunen und drei Partnerkommunen persönlich kennenlernen konnten. Nach der Auftaktveranstaltung und einem ersten Netzwerktreffen mussten alle weiteren Treffen in den virtuellen Raum verlegt werden.

Am ersten Tag wurden die Handlungsprogramme der einzelnen Partnerschaften vorgestellt, dies lies einen Einblick in die Arbeit und das weitere Vorhaben der anderen Kommunen zu. Im Anschluss fand eine Posterausstellung statt, wobei nochmals ein konkreterer Austausch stattfinden konnte und einige Detailfragen beantwortet werden. So konnten wir einige Ideen und Inspirationen für unsere Partnerschaft mitnehmen. 

Am zweiten Tag hielt unter anderem Dr. Markus Groth, vom Climate Service Center Germany, einen Vortrag zur kommunalen Anpassungen an die Folgen des Klimawandels – im Vordergrund standen Herausforderungen und Lösungsansätze. Zudem wurde die Möglichkeit geschaffen nochmals virtuell mit den Projektkoordinatoren in Morogoro in Kontakt zu treten und über den weiteren Projektverlauf zu sprechen. Aufgrund erneuter Internetproblematiken in Tansania hatten wir leider nur eine gute halbe Stunde Zeit mit unseren Partnern, dennoch konnte man sich auf einige nächste Schritte festlegen. Zum Ende des Workshops wurde über das weitere Vorgehen in den Partnerschaften diskutiert und das Gesamtprojekt gemeinsam evaluiert.

Insgesamt konnten nach den zwei Tagen nochmal wichtige Ideen und Impulse für die Fortführung der Klimapartnerschaft gewonnen und neue Kontakte geknüpft werden.

Der Abschluss des offiziellen Teiles der Klimapartnerschaft bildet gleichzeitig gewissermaßen den Startschuss für die praktische Umsetzungsphase des Handlungsprogrammes.

4. Entsendung und Afrikakonferenz

4. Entsendung- Besuch unserer PartnerInnen in Bad Berleburg

Nachdem die 3. Entsendung noch rein digital stattgefunden hatte, konnten unsere PartnerInnen aus Tansania Mitte September 2022 noch einmal persönlich in die Stadt der Dörfer reisen.

Der Besuch war aus vielen Gründen sinnvoll, denn die derzeitigen Projektkoordinatoren*innen kannten sich einerseits noch nicht persönlich, und andererseits soll Anfang 2023 ein Projektantrag für ein größeres Wasserprojekt eingereicht werden. Ein persönlicher Austausch zu diesem Zeitpunkt war entsprechend sehr zu begrüßen.

Die Gäste aus Tansania reisten am Dienstag, den 13. September vormittags an. Der Aufenthalt startete mit einem ersten persönlichen Kennenlernen und einem gemeinsamen Frühstück im Rathaus. Nach einem kleinen Spaziergang durch den Schlosspark Bad Berleburg konnte anschließend in das Hotel eingecheckt werden, sodass sich die PartnerInnen nach ihrer fast 24 stündigen Anreise zunächst etwas erholen konnten. Abschließend endete der erste Tag mit einem gemeinsamen Abendessen.

Am darauffolgenden Mittwoch startete dann das geplante Programm mit einer offiziellen Begrüßung im Rathaus mit Bürgermeister Bernd Fuhrmann. Angeschlossen wurde eine kurze Führung durch das Rathaus sowie die Präsentation beispielhafter Projekte in und um das Rathausgebäude.

Am Nachmittag stand dann ein Ortswechsel zum Zentrum Via Adrina in Arfeld an. Waldemar Kiel bot hier eine Führung über das Gelände und präsentierte unter anderem beispielhafte Projekte im Bereich Biodiversität sowie Stellen, an denen konkret die Nachhaltigkeit des Zentrums deutlich wird. Der restliche Tag wurde dazu genutzt, um am nächsten geplanten Projekt im Bereich nachhaltiges Wassermanagement weiter zu arbeiten.

Der dritte Tag widmete sich dann voll und ganz dem Thema Wassermanagement. Der Tag startete in und um Bad Berleburg mit einer Führung bzw. Rundfahrt entlang der Wasseraufbereitung in der Kernstadt. Diese wurde vom Wasserverband Siegen-Wittgenstein durchgeführt.

Nach der Mittagspause führte der Weg dann an die Uni Siegen, genauer zum Lehrstuhl für Wasserwirtschaftliche Risikobewertung und Klimafolgenforschung. Nach einem Vortrag seitens Prof. Dr. Leandro und seiner Kollegin Frau Althoff, erhielt das Team der Klimapartnerschaft einen Einblick in die praktische Arbeit des Lehrstuhls.

Der vierte und fünfte Tag wurde dem Thema ,nachhaltige Wald und Forstwirtschaft‘ gewidmet. Am Freitagvormittag wurden hierzu Vorträge zum Ist-Zustand des Waldes und möglichen bzw. umgesetzten Lösungsansätzen präsentiert. Zum einen durch Jan Zimmermanns und seine Kollegin Frau Dr. Christin Carl von Wald und Holz NRW, die einen Überblick über die aktuelle Situation des Waldes darstellten, sowie angestrebte und teilweise schon umgesetzte Maßnahmen, um Klimawandel und Borkenkäfer entgegen zu wirken. Darüber hinaus stellte Julia Eitzenhöfer von der Stabsabteilung Regionalentwicklung der Stadt Bad Berleburg die kommunale Holzagenda vor und lieferte damit ein praktisches Beispiel zur Unterstützung der lokalen Wertschöpfungskette.

Am Samstagvormittag wurde der Vortrag zur Holzagenda dann aufgegriffen und beispielhafte Stationen des Holzweges besichtigt. Zum einen die Drehkoite in Girkhausen, wobei eine Führung praktische Einblicke in die Schüsselproduktion vergangener Zeiten bot. Zum anderen wurden die Blockhaustypen in Wingeshausen besucht. Diese gewährten einen Einblick in aktuelle Projekte und konnten anschaulich die verschiedenen Schritte vom Bau eines Stammhauses darstellen und währenddessen viele Fragen beantworten.

Am Nachmittag desselben Tages stand ein Treffen mit der Steuerungsgruppe der Klimapartnerschaft an. Unsere PartnerInnen hielten einen Vortrag über die Ergebnisse des ersten gemeinsamen Projektes „Kurse zum nachhaltigen Anbau von Gewürzpflanzen“. Darauf aufbauend entstand eine rege Diskussion über Parallelen und Unterschiede in Bezug auf den Klimawandel in Morogoro und Bad Berleburg und darüber, wie weitere geplante Projekte und Ideen hier Wirkung zeigen können.

Im Anschluss startete das Abendprogramm mit einer „Fairnissage“, bei der drei Ausstellungen zum fairen Handel im Rahmen der fairen Wochen eröffnet wurden. Im Nachgang konnte man den letzten gemeinsamen Abend in Bad Berleburg ausklingen lassen.

Partnerschaftskonferenz zwischen deutschen und afrikanischen Kommunen 

Zwei unserer PartnerInnen traten am folgenden Sonntag ihre Heimreise nach Tansania an. Für den Bürgermeister aus Morogoro und die Projektkoordinatorin Sofia Salehe Kingwahi ging es gemeinsam mit den Projektkoordinatorinnen aus Bad Berleburg am Montag (19. September) weiter nach Dresden. Hier nahmen sie vom 19.-22. September an der 5. Partnerschaftskonferenz zwischen deutschen und afrikanischen Kommunen teil. Die Konferenz stand unter dem Motto „Smarte Partnerschaften: Gemeinsam eine nachhaltige Digitalisierung schaffen“. In verschiedenen Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops konnten neue Ideen und Impulse für die Partnerschaft gesammelt werden, aber vor allem bot die Konferenz eine Plattform zum Austausch mit anderen Partnerschaften.