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Hochwasserinformationssystem

Datengestützte Gewässeranalyse für ein zukunftssicheres Bad Berleburg

Im Rahmen der Smart-City-Strategie und des Förderprojekts „5 für Südwestfalen“ entwickelt sich Bad Berleburg zu einer datengestützten Verwaltung.

Das geplante Hochwasserinformationssystem stellt einen zentralen Baustein dar, um unsere Stadt resilienter gegen die Folgen des Klimawandels wie Starkregen und Sturzfluten zu machen.

Das Projekt im Überblick

Das Bild zeigt einen Ultraschallsensor, der an einer Brücke befestigt ist und den Pegelstand eines kleinen Fließgewässers misst. Im Hintergrund sind alte Fachwerkhäuser zu sehen. Stadt Bad Berleburg (KI-generierte Fotomontage)
Pegelstandsmessung mittels Ultraschallsensor für das Hochwasserinformationssystem

An voraussichtlich 30 Brücken werden moderne LoRaWAN-Ultraschallsensoren installiert. Diese erfassen in kurzen zeitlichen Intervallen die Pegelstände der kleinen und mittleren Fließgewässer wie Eder, Odeborn, Elsoff sowie deren Zuflüsse. Außerdem werden offizielle Pegeldaten vom LANUK genutzt und mit den Sensordaten zusammengeführt.

Präzise Standortwahl und Datenerfassung

Die Auswahl der Messstellen erfolgte nicht zufällig, sondern basiert auf einer fundierten Vorplanung. Die Standorte der Pegelsensoren wurden im Vorfeld durch einen Fachplaner für Umwelttechnik analysiert und ermittelt. Dabei wurden gezielt vorliegende Daten von Kreis und Land, wie beispielsweise die Starkregengefahrenkarten, als Entscheidungsgrundlage herangezogen. Durch diese methodische Verschneidung von topografischen Risikodaten und der Lage kritischer Infrastruktur stellen wir sicher, dass die Daten dort erhoben werden, wo sie den größten Erkenntnisgewinn liefern.

Nutzen und Mehrwerte

Der eigentliche Mehrwert des Systems liegt in der langfristigen Auswertung dieser Informationen:

  • Evidenzbasierte Infrastrukturplanung: Die Daten liefern Fakten für die korrekte Dimensionierung von Entwässerungssystemen und Brückenbauwerken.
  • Wasserwirtschaftliche Konzepte: Wir können die Wirksamkeit von Hochwasserschutzmaßnahmen objektiv überprüfen und zukünftige Planungen resilienter gestalten.
  • Unterstützung von Einsatzkräften: Die Daten ermöglichen es der Feuerwehr und anderen Hilfskräften, Gefahrenstellen frühzeitig objektiv zu bewerten und Vorbereitungen gezielter zu treffen.
  • Präzise Datenerfassung: Die Sensoren liefern lokal genaue Daten zu kritischen Punkten im Stadtgebiet, die überregionale Messnetze ergänzen.
  • Transparenz: Bürgerinnen und Bürger können Wasserstände über öffentliche Dashboards einsehen, um eigenständig Vorsorge zu treffen.

Allerdings handelt es sich bei diesem System um ein reines Informations- und Analysesystem, bei dem es primär darum geht, eine langfristige, hochqualitative Datengrundlage zu schaffen, um die Auswirkungen von Extremwetterereignissen auf unsere Fließgewässer wissenschaftlich fundiert beurteilen zu können. Es stellt somit kein offizielles Frühwarn- oder Alarmierungssystem für die Bevölkerung dar.

Vernetzte Infrastruktur

Die Übertragung der Messwerte erfolgt über unser städtisches LoRaWAN-Netz. Alle Daten fließen zentral in die interkommunale Smart-City-Datenplattform, wo sie standardisiert gespeichert, verarbeitet und visualisiert werden.

Die Verschneidung dieser Pegeldaten mit unserer Mikroklimaerfassung hilft uns zudem, die komplexen Zusammenhänge zwischen lokalem Niederschlag und dem Anschwellen der Gewässer exakt zu verstehen.