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Energiezwilling – Unsichtbare Energieflüsse sichtbar machen

Gemäß unserer Smart-City-Strategie nutzen wir digitale Innovationen, um die Lebensqualität vor Ort zu steigern und unsere Stadt zukunftsfähig auszurichten. Der Energiezwilling ist dabei ein zentrales Instrument, um durch die intelligente Verknüpfung von Daten moderne Lösungen für reale Herausforderungen zu finden.

Nachhaltigkeit im Fokus

Unsere Stadt ist als Modellkommune im Projekt „Global Nachhaltige Kommune NRW“ ausgezeichnet und verfolgt eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie. Der Energiezwilling zahlt direkt auf das Ziel einer klimaneutralen Verwaltung bis 2030 ein. Durch die präzise Erfassung von Verbräuchen können wir Ressourcen effizienter einsetzen, CO2-Emissionen minimieren und so einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Damit verknüpfen wir ökologische Verantwortung mit technologischem Fortschritt.

So funktioniert die Technik: Sensoren, PV-Anbindung, LoRaWAN und Datenplattform

Der Energiezwilling macht unsichtbare Daten sichtbar Stadt Bad Berleburg (KI-generierte Fotomontage)
Der Energiezwilling macht unsichtbare Daten sichtbar

Die Grundlage für den digitalen Energiezwilling bildet eine innovative technische Infrastruktur:

Smarte Nachrüstung: Wir machen „alte“ Infrastruktur intelligent. Bestehende, herkömmliche Gas- und Stromzähler werden mit speziellen LoRaWAN-Sensoren nachgerüstet. Da je nach Zählertyp und Hersteller unterschiedliche Anforderungen bestehen, nutzen wir individuelle Sensorlösungen, um Zählerstände automatisiert und in granularen Zeitabständen auszulesen.

Integration von PV-Anlagen: Unsere städtischen Photovoltaik-Anlagen (z. B. am Rathaus oder Bürgerhaus) sind über eine API-Schnittstelle direkt an das System angebunden. Dies ermöglicht es uns, die Erzeugungsdaten in Echtzeit auszulesen und sie mit den Verbrauchsdaten der Gebäude zu verschneiden. Dieser Abgleich liefert wertvolle Erkenntnisse über die Eigennutzung und den Autarkiegrad unserer Liegenschaften.

Mikroklimadaten für effizientes Heizen: Durch die Nutzung von Daten unserer Wetterstationen im Stadtgebiet beziehen wir die Außentemperatur in unsere Analysen ein. So können wir den Heizenergieverbrauch im Verhältnis zur tatsächlichen Witterung bewerten und noch gezielter optimieren.

LoRaWAN-Funknetz: Über das stadteigene Funknetz werden alle Sensordaten sicher und effizient übertragen. Mehr zu dieser Basistechnologie erfahren Sie auf unserer Projektseite zum LoRaWAN-Aufbau.

Regionale Datenplattform: Alle Informationen fließen in der interkommunalen Smart-City-Plattform zusammen. Sie dient als zentrales „Gehirn“ unserer Stadt, in dem Daten gespeichert, analysiert und visualisiert werden.

Vorteile und Nutzen für Bad Berleburg

Der Energiezwilling schafft Mehrwerte für ganz unterschiedliche Zielgruppen:

Für die Bürgerschaft: Wir schaffen Transparenz. Über Dashboards können Bürgerinnen und Bürger beispielsweise die Live-Daten der Solarstromerzeugung (PV-Anlagen) an öffentlichen Gebäuden wie dem Rathaus oder Bürgerhaus verfolgen.

Für Schulen und Bildung: Die Daten werden zielgruppengerecht aufbereitet. So können Schulen den Energiezwilling im Unterricht nutzen, um Kindern spielerisch den Umgang mit Energie und Ressourcen zu vermitteln.

Für die Verwaltung: Manuelle Ablesefehler gehören der Vergangenheit an. Die automatisierte Erfassung spart personelle Ressourcen und ermöglicht es, Mängel oder Defekte in der technischen Infrastruktur frühzeitig zu erkennen.

Für die Politik: Entscheidungen über energetische Sanierungen oder Investitionen können auf Basis konkreter Fakten statt auf „gefühlten Wahrheiten“ getroffen werden (Data Driven Decision Making).

Ausblick

Der Energiezwilling ist erst der Anfang: Zukünftig planen wir die Integration weiterer Daten, wie etwa den Wasserverbrauch, den Ölverbrauch oder Informationen von an den Gebäuden befindlichen E-Ladesäulen, um das digitale Abbild unserer Stadt stetig zu vervollständigen.