REGIONALE 2025: Südwestfalen nutzt seine Chance und zieht positive Bilanz
Acht Jahre haben hunderte Engagierte in der Region im Rahmen der REGIONALE 2025 an Projekten und Strategien für die Zukunft Südwestfalens gearbeitet. Zeit für die Südwestfalen Agentur, die den Prozess in der Region koordiniert hat, Bilanz zu ziehen. 56 Projekte aus den Bereichen Stadtentwicklung, Kreislaufwirtschaft, Natur, Kultur, Mobilität, nachhaltigem Bauen, digitaler Bildung und zur Unterstützung der Unternehmen befinden sich in der Umsetzung oder stehen kurz davor. Sie ergänzen sich wie Puzzlesteine und stärken die Region in Summe. Insgesamt konnten über die REGIONALE 2025 rund 150 Millionen Euro Förder- und Drittmittel in die Region geholt werden. Das Gesamtinvest lag bei 250 Millionen Euro.
Bad Berleburg als Teil der "Smart Cities: 5 für Südwestfalen"
Aus der REGIONALE 2025 entwickelt sich auch das Bundesmodellvorhaben „Smart Cities: 5 für Südwestfalen“. Was der nicht ganz einfache Begriff für eine ländliche Region wie Südwestfalen bedeutet, zeigten die Pionierkommunen Arnsberg, Bad Berleburg, Menden, Olpe und Soest. Sie sind die „5“ des Projekts und haben digitale Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung ausprobiert und umgesetzt. Dabei geht es beispielsweise darum, Daten zu nutzen, um Energie zu sparen und Verkehr zu lenken, Städte besser an den Klimawandel anzupassen, das Ehrenamt digital zu stärken oder auch die Besonderheiten der Stadt auf neue Art zu erleben. Ihre Lösungen teilen sie mit der gesamten Region, damit andere Städte diese für sich nutzen können. Auch hier sind 61 Maßnahmen entstanden, die – genau wie die Projekte der REGIONALE 2025 – digital, nachhaltig und authentisch sind.
„Wichtig ist, wofür die Mittel eingesetzt werden“, sagte Ralf Schwarzkopf, Landrat des Märkischen Kreises und Aufsichtsratsvorsitzender der Südwestfalen Agentur. „Viele Engagierte sind aktiv, um unsere Städte lebenswert zu halten, digitales Wissen auszubauen und die kleinen und mittleren Unternehmen im digitalen und nachhaltigen Wandel zu unterstützen. Das ist genau der richtige Weg.“
Südwestfalen ruft alles ab: 60 Millionen Euro für Wirtschafts- und Hochschulprojekte
Erstmals hatte das Land NRW ein Sonderbudget aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) für die REGIONALE zur Verfügung gestellt. Bis zu 60 Millionen Euro standen für Südwestfalen bereit – jedoch explizit für Projekte, in denen Hochschulen und Unternehmen zusammenarbeiten, die Unternehmen bei neuen Geschäftsmodellen unterstützen werden und die Kreislaufwirtschaft stärken. „Innerhalb weniger Monate ist es der Region gelungen, 17 Projekte von Null bis zur Umsetzungs- und Förderreife zu entwickeln. Als Region konnten wir das komplette Budget von 60 Millionen Euro abrufen. Das ist nicht selbstverständlich“, sagte Schwarzkopf.
Neben dem Sonderbudget erhalten die REGIONALE-Projekte ihre Förderung aus rund 30 unterschiedlichen Fördertöpfen. Gemeinsam mit der Bezirksregierung Arnsberg und den Ministerien suchte die Südwestfalen Agentur für die Projektverantwortlichen nach Fördermöglichkeiten für ihre innovativen Ideen.
Gelernte Zusammenarbeit – Herausforderungen getrotzt
Im Vergleich zur Regionale 2013 waren die Hürden für die Region in der REGIONALE 2025 ungemein höher: Die Corona-Pandemie, die Brückensperrung auf der A45, Hochwasser, Borkenkäfer, Hacker-Angriff auf die Südwestfalen-IT und viele andere Themen hatten unmittelbar Einfluss auf den Prozess. Viele Akteure, die sich sonst engagieren, hatten schlicht den Kopf woanders. Zugleich war der Anspruch höher, weil auch die Herausforderungen für Unternehmen oder Kommunen immer komplexer werden. Umso bemerkenswerter sei es, dass die Menschen in der Region über 200 Ideen eingereicht haben und 56 sogar umgesetzt werden, sagte Hubertus Winterberg, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur. „In solchen Momenten profitieren wir davon, dass wir als Region funktionierende Strukturen haben und durch Zusammenarbeit viel erreichen können.“
Die Agentur hatte den Prozess der REGIONALE 2025 betreut, die Gremienarbeit organisiert, Projektverantwortliche beraten und unterstützt und zudem rund 200 Veranstaltungen organisiert. Diese dienten dazu, Gleichgesinnte zusammenzubringen, gute Beispiele in der Region zu teilen, neue Impulse zu geben und die Zusammenarbeit über kommunale Grenzen zu stärken.
Mehr als 300 Projektträger und -partner – Zukunftsspuren gelegt
Rund 300 Projektträger und -partner – zum Beispiel Städte, Organisationen, Hochschulen, Unternehmen und viele weitere – stecken hinter den Projekten der REGIONALE 2025. „Ohne den innovativen Ansatz digital-nachhaltig-authentisch hätten wir nach 2013 gar keine zweite REGIONALE bekommen. Die Region hat ihre Chance genutzt und mit den Projekten Zukunftsspuren gelegt“, resümierte Dr. Stephanie Arens, Leiterin der REGIONALE 2025 bei der Südwestfalen Agentur. „Alle Projekte haben das Ziel, dass wir in Südwestfalen auch in Zukunft gut leben, lernen, arbeiten und wohnen können. Sie werden teilweise erst in den kommenden Jahren wirken. Wir müssen als Region in Zukunft an diesen Themen dranbleiben, damit die 56 Projekte keine Eintagsfliege bleiben, sondern nachhaltig helfen.“