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Datum: 14.10.2026

Mahnwache nach Schändungen: "Die Erinnerung wachhalten"

Es waren Bilder, die niemand sehen wollte – und doch waren sie Realität. Gleich zwei Mal kam es in den vergangenen Monaten auf dem alten jüdischen Friedhof in Bad Berleburg zu Grabschändungen. Zudem haben ein oder mehrere Täter den Davidstern des jüdischen Mahnmals im Berlebach gewaltsam demontiert. „Nie wieder ist jetzt. Das ist für uns nicht nur eine Worthülse, das wollen und müssen wir leben. Wir können und werden diese Schändungen deshalb nicht akzeptieren. Dafür gibt es null Toleranz! Ein solches Vorgehen hat in unserer friedlichen, freien und demokratischen Gesellschaft keinen Platz. Unsere Stadt der Dörfer steht für Zusammenhalt und Gemeinschaft“, erklärte Volker Sonneborn. Der Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg hat deshalb eine Mahnwache initiiert. Dieser Initiative haben sich direkt zahlreiche Akteure angeschlossen. Die Mahnwache findet am Mittwoch, 28.10.2026, um 18.00 Uhr am jüdischen Mahnmal in Bad Berleburg statt.

"Bei uns sind alle Menschen willkommen"

„Wir wollen gemeinsam ein Zeichen für Frieden, Freiheit und der Solidarität setzen. Es geht darum, diesen Ort der Erinnerung wiederherzustellen – nicht nur baulich, sondern auch ideell. Es geht darum, die Erinnerung wachzuhalten“, konstatierte Volker Sonneborn. Gemeinsam mit dem evangelischen Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein, mit der Freien evangelischen Gemeinschaft und dem Bad Laaspher Freundeskreis für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sowie Ortsvorsteherin Ulla Belz hat die Stadt Bad Berleburg daher ein Programm für diesen Abend konzipiert, das in erster Linie Menschen zusammenbringen und ein klares Zeichen der Solidarität setzen will. An die Mahnwache angeschlossen sind die laufenden ökumenischen Friedensgebete, dadurch ist auch die katholische Kirche beteiligt. „Der Zuspruch für die Idee einer solchen Mahnwache war riesig, dafür sind wir sehr dankbar. Wir haben nicht nur Reaktionen von Menschen vor Ort, sondern auch von Nachfahren jüdischer Verstorbener und durch das NS-Regime verfolgter Juden erhalten, mit denen wir weiterhin im Austausch stehen. Eines ist dabei ganz klar und das haben wir auch ihnen verdeutlicht: Bei uns sind alle Menschen willkommen“, erklärte Volker Sonneborn.

Erinnerung, Gedenken, Frieden

Dass die Aktion nun erst einen bzw. zwei Monate nach den ersten Vorfällen stattfindet, hat einen guten Grund. Wichtig war zunächst, dass der Staatsschutz die Ermittlungen aufnehmen konnte, die nun laufen. Gleichzeitig waren enge Abstimmungen mit dem Landesverband der jüdischen Gemeinden in Westfalen sowie dem LWL erforderlich. Inzwischen ist aber nicht nur das jüdische Mahnmal dank des Einsatzes des Baubetriebshofs der Stadtwerke Bad Berleburg wieder intakt, sondern auch die Reparaturarbeiten auf dem alten jüdischen Friedhof haben begonnen. Nun geht es darum, den Blick nach vorne zu richten. Derzeit ist der jüdische Friedhof noch gesperrt, da die Aufräum- und Reparaturarbeiten noch laufen. Solange ist die Verkehrssicherungspflicht, die die Stadt Bad Berleburg innehat, nicht gewährleistet. Danach soll der alte jüdische Friedhof wieder das sein, was er ist: Ein Ort der Erinnerung, des Gedenkens und des Friedens.

Straße gesperrt

Für die geplante Mahnwache am jüdischen Mahnmal in Bad Berleburg ist eine teilweise Vollsperrung der Straße am Berlebach erforderlich. Dies betrifft den Abschnitt zwischen Hochstraße und der Straße Hof Wolfsgraben. Die Zuwegungen für den Rettungsverkehr sind natürlich durchgehend auf beiden Seiten gewährleistet. Die Sperrung des Abschnitts gilt am Mittwoch, 28.10.2026, ab 17.00 Uhr und dauert voraussichtlich bis 19.30 Uhr.