»Schandfleck« bald adé: Stadt ist Eigentümerin des Eins-A-Areals
Es ist ein großer Meilenstein in der nachhaltigen Stadtentwicklung: Der Startschuss für die Weiterentwicklung des ehemaligen Eins-A-Areals in Bad Berleburg ist gefallen. Noch nicht sichtbar, ist der Grundstein nun aber endgültig gelegt. „Alle Voraussetzungen sind geschaffen. Gemeinsam haben wir lange auf diesen Moment hingearbeitet, um aus dem Schandfleck ein neues Areal für alle Menschen zu gestalten“, erklärte Bernd Fuhrmann. Der Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg freute sich darüber, dass der Kauf des Eins-A-Komplexes nun in trockenen Tüchern ist. Der Kaufvertrag mit dem ehemaligen Besitzer ist unterzeichnet. Es ist geplant, bis zum tatsächlichen Abriss des Parkhauses die unteren beiden Etagen weiterhin zum Parken zur Verfügung zu stellen.
Nach breiter Zustimmung durch die zuständigen politischen Gremien hat die Stadt Bad Berleburg das ehemalige Kaufhaus samt Grundstück erworben. Gleichzeitig ist damit auch die juristische Auseinandersetzung um das Vorkaufsrecht beendet. „Unser Ziel war es, den Komplex nach langen Jahren der Verhandlungen abreißen zu können, um das Areal dann zukunftsorientiert aufzustellen. Dies ist nun dank der tollen Arbeit unseres gesamten Teams gelungen. Der Ausgang der juristischen Auseinandersetzung war letztlich offen. Nachdem daher zuletzt wieder eine gemeinsame Verhandlungsbasis mit dem ehemaligen Eigentümer gefunden war, haben wir diese Möglichkeit nun genutzt“, dankte Bernd Fuhrmann allen Beteiligten, die zum Gelingen der Verhandlungen beigetragen hatten.
Im ersten Schritt der Weiterentwicklung geht es nun darum, den Komplex abzureißen. Bereits im Sommer 2021 hatte das damalige NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung eine entsprechende Förderung in Höhe von 1,43 Millionen Euro bewilligt, um die Abrisskosten zu finanzieren. Die Summe stammt aus dem „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte in Nordrhein-Westfalen 2021“. „Der Zuwendungsbescheid hat uns damals nachhaltig vorangebracht – jetzt ist uns der Durchbruch mit dem Kauf des Areals gelungen. Daher möchte ich auch Ministerin Ina Scharrenbach ausdrücklich für die konstruktive und zielführende Zusammenarbeit danken – und freue mich bereits auf die weitere Zusammenarbeit“, betonte Bernd Fuhrmann.
Bereits vor einigen Jahren hatte in Kooperation mit der Universität Siegen ein Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Areals unter Architekturstudierenden stattgefunden. Die Ergebnisse des damaligen Wettbewerbs sollen in die Entwicklung des neuen Areals ebenso einfließen wie in der Zwischenzeit entstandene Bedarfe. Die genaue Gestaltung soll dann unter Beteiligung der Menschen aus der Stadt der Dörfer erfolgen. Im Zuge des gesamten Projektes soll die Holz-Agenda der Stadt Bad Berleburg umfassend zum Tragen kommen. „Wir wollen damit modellhaft zeigen, was mit dem Baustoff Holz möglich ist. Auf einem vergleichsweise kompakten Areal haben wir die Chance, vielfältige Möglichkeiten abzubilden“, erklärte Bernd Fuhrmann.
INFOBOX
Nachdem die Tinte unter dem Kaufvertrag nun getrocknet ist, schreibt die Stadt Bad Berleburg – wie vorgeschrieben für Aufträge dieser Größenordnung – die Abrissmaßnahme für den ehemaligen Eins-A-Komplex aus. Sobald der Zuschlag erfolgt ist, sollen die Arbeiten auf dem Gelände beginnen. „Wir sind uns der Verantwortung, die damit einhergeht, bewusst. Daher haben wir auch direkt nach Vertragsabschluss damit begonnen, das gesamte Gelände zu sichern. Wir müssen und werden unserer Verkehrssicherungspflicht als neue Eigentümerin nachkommen“, betonte Bernd Fuhrmann. Zugleich appellierte der Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg an alle Menschen, die Schrottimmobilie in der Schulstraße nicht zu betreten: „Das gesamte Gebäude ist baufällig, daher können wir keinen Zutritt gestatten. Wir möchten nicht, dass Menschen darin zu Schaden kommen – die Gefahr beim Betreten ist groß. Die Sicherheit aller Menschen ist unser wichtigstes Anliegen.“