Projektwerkstatt
Lebendig, vielfältig, klimagerecht und einladend – so sieht die künftige Innenstadt von Bad Berleburg im Sinne des Leitbildes „Bad Berleburg 2030“ idealerweise aus. Wichtige Treiber in diesem Entwicklungsprozess sind exemplarische Maßnahmen, um kreative Ideen und Perspektiven für die Entwicklung der Innenstadt sichtbar zu machen.
Maßnahmen zur "Belebung der Innenstadt"
Das Zentrenmanagement zielt deshalb unter anderem darauf ab, die Innenstadt Bad Berleburgs durch ausgewählte Maßnahmen zu beleben. Dies soll beispielsweise durch eine Verbesserung von Aufenthaltsqualität erreicht werden. Mit Anschubmaßnahmen sollen hierzu erste Impulse gesetzt und erprobt werden. Unter der Prämisse einer hohen Wahrnehmbarkeit und Wirksamkeit sollen diese Maßnahme dabei an verfügbaren und geeigneten öffentlichen oder privaten Flächen entstehen.
Laufende und abgeschlossene Aktivitäten, die durch das Zentrenmanagement begleitet werden, sind im Folgenden zusammenfassend beschrieben.
Steckbriefe zu den Maßnahmen
Gestaltung Marktplatz der Zukunft und Odebornterrassen
- Ausgangssituation und Idee: In der städtebaulichen Weiterentwicklung in Bad Berleburg wird Wasser zu einem belebenden Element der Stadt, was die Lebens- und Aufenthaltsqualität im Stadtkern erhöht und gut mit der Kurortprädikatisierung in Einklang steht. Geplant ist, in der Kernstadt Bad Berleburgs entlang des Flusslaufes der Odeborn für die Bevölkerung und für Gäste einen Fuß- und Radweg mit Aufenthalts- und Verweilcharakter zu schaffen. Mit der baulichen Umgestaltung und Öffnung des Flusslaufes wird am Marktplatz der Zugang zum Wasser ermöglicht und das Umfeld des angrenzenden Bürgerhauses am Markt und des städtischen Jugendtreffs funktional und gestalterisch aufgewertet.
- Öffentlicher Beteiligungsprozess: Im zweiten Halbjahr 2024 startete die Stadt Bad Berleburg den Umbau des Odebornufers im Bereich des Marktplatzes. Im Rahmen der vorlaufenden Planungen führte die Stadtverwaltung einen Zukunftsrat mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Ideenentwicklung durch. Aber auch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Bürgerschaft sowie weitere Fachleute wurden in den Zukunftsrat eingebunden. Die städtische Initiative erfolgte im Rahmen der Kleinstadtakademie als Städtebaumaßnahme (ExWoSt) gefördert. Aufbauend auf den Ergebnissen des Zukunftsrates führte die Stadt im Jahr 2025 mit den Partnern des Projektes KAIROS öffentliche Planungsworkshops durch. Bürgerinnen und Bürger bearbeiteten Gestaltungsvorschläge zur Gestaltung des Marktplatzes mit unterschiedlichen virtuellen Anwendungen.
- Zielsetzung und geplante Maßnahmen: Das Projekt, das aus verschiedenen Förderverfahren finanziert wird, umfasst drei Teilbereiche, ausgeführt durch die Fachabteilung Infrastruktur und Erholung der Stadt Bad Berleburg:
1. Odeborn-Querung: Hierbei handelt es sich um die Querung der Odeborn zwischen Poststraße und Ludwigsburgstraße. Das Querungsbauwerk mit einem Tragwerk aus Brettschichtholzträgern und aufgelegten Steinplatten sowie einer Geländerausführung mit Holzhandlauf wurde im Herbst fertiggestellt und gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern eröffnet.
2. Barrierefreier Ausbau und Erschließung am Marktplatz: Im Zusammenhang mit dem Bau der Odeborn-Querung und der Odeborn-Öffnung wurde auch ein Konzept für eine barrierefreie Erschließung der öffentlichen Wege- und Aufenthaltsbereiche umgesetzt. Hinzu kommen weitere Erschließungs- und Gestaltungsmaßnahmen im nahen Umfeld.
3. Odebornterrassen: Hierbei handelt es sich um das maßgebende Element des Gesamtprojektes. Die Odebornöffnung ist Teil des Umsetzungsfahrplans der Wasserrahmenrichtlinie zur Verbesserung des ökologischen Zustandes der Fließgewässer in Deutschland. Eine Verbesserung des allgemeinen Gewässerzustandes, mit einem besonderen Fokus auf die aquatische Längsdurchlässigkeit, soll dabei durch die Umgestaltung des Wehres, eine Öffnung des Gewässerabschnittes, die Herstellung einer natürlichen Sohlstruktur, den Wegfall von Ufereinfassungen, den Einbau einer Niedrigwasserrinne und einer Anordnung von Störsteinen als Ruhezone für Kleinfische, erreicht werden. Das Bauprojekt wurde im Sommer 2025 abgeschlossen und in einer großen öffentlichen Veranstaltung am 24. Juli 2025 wurden die Odebornterrassen eröffnet.
Das Projekt wird mit Städtebaumitteln sowie mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie gefördert.
Ausstellungsparcours vor dem interkulturellen Mehrgenerarationentreffpunkt
- Ausgangssituation und Idee: Die Stadt Bad Berleburg hat sich auf den Weg zu mehr 'FAIRantwortung' gemacht und setzt hierfür verschiedene Projekte im Bereich der fairen Beschaffung um. Dazu zählen neben der internen Beschaffung im Haus auch verschiedene Aktionen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Ziel ist es den Kerngedanken der fairen Beschaffung auf das ganze Stadtgebiet auszuweiten und möglichst viele zum Mitmachen anzuregen.
- Öffentlicher Beteiligungsprozess: Die Entwicklung des Ausstellungskonzeptes wurde durch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (Engagement Global gGmbH) federführend koordiniert und durch die zuständigen Fachabteilungen der Stadtverwaltung einschließlich des städtischen Zentrenmanagements mit Planungsbeiträgen aktiv begleitet. Bei der Umsetzung wurden konkrete Projekte von Akteursgruppen und lokalen Beteiligten der Fair-Trade-Town Kampagne im Parcours aufgegriffen und dargestellt.
- Umsetzung: Mit diesem Projekt wurde nun ergänzend vor dem interkulturellen Mehrgenerationentreffpunkt im Rahmen des Projektes "SKEW-Ausstellungsparcours fairer Handel und faire Beschaffung", ein interaktiver Ausstellungsparcours installiert. Kernziel des Parcours ist es die Menschen vor Ort über die Thematik des fairen Einkaufs und dessen Vorteile zu informieren. Unterschiedliche Module bieten hierzu Platz zum Verweilen und Austauschen, aber auch zum Lernen und Spielen. Durch verschiedene Mitmach-Elemente und die vielfältige Nutzbarkeit des Ausstellungsparcours sollen unterschiedliche Gruppen angesprochen und erreicht werden. Die konkreten Umsetzung und der Bau des Ausstellungsparcours wurde im November 2023 durchgeführt.
Das Projekt wird gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit ihrer Servicestelle mit Mitteln des BMZ.
Gestaltung öffentlicher Platz am Capitol
- Ausgangssituation: Das zentral in der Innenstadt gelegene Kino („Capitol“) wurde im Jahr 2019 geschlossen, da der Betreiber aus Altersgründen den langjährigen Betrieb leider einstellen musste. Schon kurz danach erfolgte eine Übernahme und umfassende Modernisierung des Gebäudes durch einen ortsansässigen privaten Investor. Der Prozess wurde durch die Stadt Bad Berleburg begleitet und ermöglicht 2023 die Wiedereröffnung ("Das neue Capitol") mit einem erweiterten, zukunftsfähigen Konzept, das Kino- und Kulturangebote, Gastronomie sowie Übernachtungsangebote bündelt. In dem Zuge sollen auch öffentliche Flächen im Umfeld des Gebäudes neu gestaltet und als innerstädtischer Treffpunkt entwickelt werden.
- Öffentlicher Beteiligungsprozess: In die Umsetzung der Gebäudemodernisierung durch den Investor und Umsetzung der Maßnahmen auf öffentlichen Flächen vor dem Gebäude durch die Stadt Bad Berleburg sind auch betroffene Anliegende (Wohnen, Gewerbe, Schule, weitere öffentliche Einrichtungen), beteiligte Fachplanende und weitere öffentliche Gruppen eingebunden.
- Umsetzung: Die Bereiche auf dem Vorplatz des modernisierten Capitol-Gebäudes wurden in Zusammenarbeit des Investors mit der Stadt Bad Berleburg als Aufenthaltsbereich neu gestaltet. Dafür wurden Pflasterungen, Sitzmöglichkeiten und mobile Grünelemente installiert, die sich an die Umgebungsbebauung und an die Gestaltung des neuen Capitol-Gebäudes anpassen.
Quartiersentwicklung Odeborn-Zentrum
- Ausgangssituation: Der leerstehende Gebäudekomplex (sogenanntes Eins A-Areal) in der südlichen Innenstadt umfasst eine Grundstücksfläche von rund 14.000 Quadratmetern, die im Jahr 2023 von der Stadt Bad Berleburg erworben wurde. Das Areal grenzt an den Marktplatz und an das städtische Bürgerhaus am Markt sowie im Norden an den zentralen Innenstadtbereich entlang von Bahnhofstraße und Poststraße mit dort angesiedeltem Einzelhandel an. Die Stadt Bad Berleburg hat im Jahr 2025 den Abriss der Altgebäude abgeschlossen und wird alle restlichen Arbeiten zur Räumung und Sicherung des Areals bis Anfang 2026 durchführen.
- Öffentlicher Beteiligungsprozess: Akteure aus Politik, Verwaltung und Bürgerschaft in Bad Berleburg sowie weitere Institutionen wurden in vorbereitende städtebauliche Planungsbeiträge der Universität Siegen seit dem Jahr 2019 bereits umfassend eingebunden. Die Ergebnisse sind in den städtebaulichen Masterplan eingeflossen, den die Stadt Bad Berleburg wiederum mit breiter öffentlicher Beteiligung in Zusammenarbeit mit Professorin Hilde Schröteler-von Brandt im Jahr 2025 erarbeitet hat. In der Rubrik sind die Beteiligungsaktivitäten umfassend dargestellt. (siehe Informationen „Zentrenmanagement vor Ort“). Die Stadtverwaltung wird die Öffentlichkeit auch in der weiteren Planungs- und Projektierungsphase kontinuierlich beteiligen.
- Zielsetzung und geplante Maßnahmen:
Die Stadt Bad Berleburg treibt den Prozess für eine nachhaltige Quartiersentwicklung voran und hat ein städtebauliches Rahmenkonzept (Masterplanung) für das künftige Odeborn-Zentrum entwickelt, das im Frühjahr2025 vom Stadtrat verabschiedet wurde. Auf der Grundlage der Masterplanung strebt die Stadt zusammen mit Projektpartnern eine nachhaltige mischgenutzte Quartiersentwicklung an, durch Schaffung von Flächen für bedarfsgerechtes Wohnen und Arbeiten, für Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie und öffentliche Treffpunkte. Die Bebauung soll in klimanachhaltiger Bauweise unter grundsätzlicher Verwendung von Holz aus regionalen Beständen realisiert werden. Ausführliche Informationen können der Broschüre zum Masterplan Odeborn-Zentrum entnommen werden (siehe interner Link „Odeborn-Zentrum“).
Die Rahmenplanung und Öffentlichkeitsbeteiligung wird mit Städtebaumitteln (Zukunft Innenstadt Nordrhein-Westfalen) gefördert.
Aufenthaltsqualität öffentlicher Flächen in der Innenstadt
- Ausgangssituation und Idee:
Die Verschönerung von Innenstädten gewinnt zunehmend an Bedeutung – sowohl für Einheimische als auch für Gäste. Öffentliche Plätze werden zu lebendigen Begegnungsräumen, indem Sitzmöglichkeiten geschaffen und Grünflächen angelegt werden, die zum Verweilen einladen. Neue gastronomische Angebote beleben das Stadtbild und machen den Aufenthalt attraktiver. So entsteht eine hohe Aufenthaltsqualität, die über das reine Einkaufen hinausgeht. Menschen möchten die Innenstadt neu erleben: als Ort der Begegnung, der Freizeit und der Erholung, an dem Einkaufen mit Genuss und Entspannung verbunden wird.
Im Rahmen des Projektes wurden zunächst Plätze und Flächen in der Innenstadt ausgemacht, welche stärker frequentiert und gut erreichbar sind. Hierzu zählen unter anderem der Rathauspark, Plätze im Herrengarten, unter anderem vor dem Kino "das neue Capitol" bzw. des Johannes-Althusius-Gymnasiums, am Marktplatz oder auch im Bereich des "roten Weges" entlang der Odeborn. Teilweise haben die Plätze und Flächen potenziale für eine höhere Aufenthaltsqualität, sodass Besucher und Besucherinnen, sowie die Einwohnerinnen und Einwohner eingeladen sind hier zu verweilen.
- Öffentlicher Beteiligungsprozess: Unter der Leitung des Zentrenmanagements fanden mehrere Kreativ- und Beteiligungsrunden zur Innenstadtgestaltung mit Vertretern aus Tourismus, Einzelhandel und Vereinsleben statt. Aus vielen Ideen entstanden exemplarische Maßnahmen zur Gestaltung zur Gestaltung der Innenstadt von Bad Berleburg im Sinne des Leitbildes "Bad Berleburg 2030". Heimische Handwerksbetriebe und der Bauhof der Stadt Bad Berleburg unterstützten die Vorbereitungen und Maßnahmenumsetzungen mit Rat und Tat.
- Zielsetzung und Umsetzung:
Ziel der Maßnahmen ist die Steigerung der Aufenthaltsqualität einzelner Plätze und damit auch eine Attraktivitätssteigerung der Innenstadt. Als ein neues Angebot sind innovative mobile Sitzgelegenheiten aus einer Holz-Aluminium Konstruktion in zwei Varianten entstanden: eine Rundsitzbank zum Sitzen mit Tisch und eine Liegebank zum entspannten Verweilen. Auf den Rundsitzbänken finden bis zu zehn Personen Platz, wahlweise kann der Tisch als Spielfläche genutzt oder mit einem Grünkübel ausgestattet werden. Ebenso kann ein Sonnenschirm integriert werden. Die Rundsitzbänke sind vielseitig einsetzbar – für Familientreffen, für Verschnaufpausen beim Radfahren, zum Verweilen in der Mittagspause und als ruhiger Rückzugsort zum Lesen. Die Liegebänke als kleinere Ausführung bieten Patz für bis zu vier Personen und werden vor allem bei öffentlichen Veranstaltungen in der Innenstadt genutzt.
Neben diesen Sitzgelegenheiten wurden zusätzlich mobile Grünelemente und Liegestühle über das Zentrenmanagement beschafft. Bei den Grünelementen handelt es sich um mobile Kübel in unterschiedlichen Größen, welche auf öffentlichen Flächen platziert sind und für eine Steigerung der Aufenthaltsqualität, in Verbindung mit den neuen Sitzelementen, sorgen.
Die angeschafften Liegestühle sind mit den 17 Nachhaltigkeitszielen farbig bedruckt und damit ein echter Hingucker. Die Sitzangebote finden natürlich auch deswegen Anklang, weil sie mobil und flexibel nutzbar sind. Deshalb werden sie überall eingesetzt, wo entspanntes Sitzen von Einheimischen und Gästen angesagt ist, z.B. auf dem Marktplatz am Tourismusbüro, im städtischen Jugendcafe oder auch bei beliebten Events wie dem KNAX-Kinderfest, der Poolparty im Rothaarbad oder der Sommerparty im Rathausgarten. „Eine richtig coole Idee“, findet auch Julia Eitzenhöfer von der Stadt Bad Berleburg.
Die Planung und Herstellung des modellhaften Stadtmobiliars wird mit Städtebaumitteln (Sofortprogramm Innenstadt Nordrhein-Westfalen) gefördert.
Klimapflanzung im Rathausgarten
- Ausgangssituation: Der Rathauspark der Stadt Bad Berleburg bietet viele Grünflächen zum Verweilen und beispielsweise durch einen Spielplatz auch einen Aufenthaltsbereich für Familien. Dennoch weist der Park Potenziale zur weiteren Steigerung der Aufenthaltsqulität und der Biodiversität auf.
- Öffentlicher Beteiligungsprozess: Im Rahmen des Schulprojektes "Umweltbus Lumbricus" des Johannes-Althusius-Gymnasiums wurde der Rathauspark von Schülerinnen und Schüler auf die Bodenbeschaffenheit, sowie die Flora und Fauna untersucht. Die Ergebnisse flossen in die Entscheidung mit ein, eine Klimapflanzung anzulegen. Zudem wurde bei der Auswahl der Bäume und Sträucher ebenfalls auf die Ideen der Schülerinnen und Schüler geschaut und diese mit den notwendigen Eigenschaften, wie beispielsweise "nicht giftig", aufgrund der Nähe zum Spielplatz, abgeglichen. Nicht zuletzt wurden die Jugendlichen aktiv bei der Pflanzaktion mit einbezogen.
- Umsetzung: Die Umsetzung einer Klimapflanzung verbindet die Ansprüche einer Steigerung der Aufenthaltsqualität mit einer Verbesserung der Biodiversität des Rathausparks. Ende Oktober 2023 konnte die Aktion gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Johannes-Althusius-Gymnasiums durchgeführt werden. Unter Anleitung von Mitarbeitenden des städtischen Bauhofs, sowie der Klimaschutzbeauftragten der Stadt, Jessica Durstewitz und Zentrenmanager Jens Steinhoff, wurden die zuvor ausgewählten Pflanzen in die Erde gebracht. Darüber hinaus wurden bei jedem neu gepflanzten Baum oder Strauch Informationsschilder angebracht, welche die Bezeichnung, sowie Informationen zu den jeweiligen Eigenschaften bereithalten. Zukünftig sollen zudem die Bestandsbäume und -sträucher des Rathausparks eine Beschriftung erhalten. So kann gezeigt werden, mit welchen Eigenschaften die Gehölze an die sich ändernden klimatischen Bedingungen angepasst sind und auch noch in Zukunft zu einem guten Klima in der Innenstadt beitragen. Die Klimapflanzaktion setzte das Zentrenmanagement im Jahr 2024 zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Johannes-Althusius-Gymnasiums fort. Die jungen Klimaschützer brachten mit Unterstützung des Bauhofs insgesamt 14 Klimatafeln an, um jede relevante Klimabaumart zu beschildern. Diese sollen Aufschluss über die Baumart und ihren Nutzen geben. Denn der Rathausgarten ist nicht nur ein angenehmer Aufenthaltsort in jeder Jahreszeit, sondern auch ein Vorzeige- und Bildungsort für Maßnahmen zur Klimaanpassung. So gibt es im Rathausgarten über 50 besonders klimarobuste Bäume. Die Pflanz- und Beschilderungsmaßnahmen werden aus Sponsoring-Mitteln des Unternehmens Westnetz gefördert.
Gestaltung leerstehender Schaufenster in der Innenstadt
- Ausgangssituation und Idee: Zur Entwicklung in den Ortsteilen und zur Stärkung des Einzelhandels unterstützt die Stadt Bad Berleburg auch gewerbliche Gebäudeeigentümer, wenn es um die Folgenutzung von leerstehenden Objekten geht. Nicht immer gelingt es jedoch, notwendige Voraussetzungen zeitnah zu erfüllen, um einen Leerstand wieder mit Leben zu füllen, wenn z.B. größere Modernisierungen erforderlich sind oder wenn es gilt, Veränderungen in der Eigentümersituation umzusetzen. Die Folge: Vor allem in den Ortszentren sind leider einige leerstehende Ladenlokale vorhanden, in denen aus verschiedenen Gründen eine Nutzung nicht (mehr) stattfindet. Mit einer Projektinitiative im Rahmen des Zentrenmanagements Innenstadt möchte die Stadt Bad Berleburg daher Abhilfe schaffen. Parallel zu den Bemühungen zur Folgenutzung leerstehender Ladenlokale geht es auch darum, kurzfristig Verschönerungen der Leerstände zu erreichen.
- Öffentlicher Beteiligungsprozess: In Zusammenarbeit mit der städtischen Wirtschaftsförderung führte das Zentrenmanagement Gespräche mit Eigentümern von Leerstandsobjekten. Schnell wurde deren Interesse deutlich, für eine optische Verschönerung von leerstehenden Schaufenstern auch „Maßnahmen auf Zeit“ durchzuführen. Das bedeutet, dass die Schaufenstergestaltungen für den Zeitraum bis zu einer künftigen Umnutzung vorgesehen sind. Daraufhin ging das Zentrenmanagement auf Ideensuche für eine passende Schaufenstergestaltung gemeinsam mit den Eigentümern, mit dem Verein Markt und Tourismus und BLB Tourismus. Idealerweise waren auch die weiterführenden Schulen in Bad Berleburg sofort an der Projektinitiative interessiert und so gelang es, von Schülerinnen und Schülern gefertigte Bilder für die Schaufenstergestaltung zu gewinnen.
- Zielsetzung und Umsetzung: Für insgesamt drei leerstehende Ladenlokale an der Poststraße und für ein als Büro genutztes Ladenlokal an der Ederstraße stellten die jungen Kunstschaffenden von der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule und vom Johannes-Althusius-Gymnasium insgesamt über 70 Bildmotive zur Verfügung. Die Bilder zeigen die Wittgensteiner Kulturlandschaft mit originellen Blickwinkeln; einige Bilder beschäftigen sich mit abstrakten Motiven. Eine Auswahl der Bilder wird zur Verschönerung der Schaufenster ausgestellt. Für die Herstellung der Bilder in ausreichender Größe verwendete das Zentrenmanagement wiederverwendbare Bildbanner aus Textilmaterial, die mit geringem technischen Aufwand in den Schaufenstern montiert wurden. Die optisch wirkungsvolle Schaufenstergestaltung kann künftig auch an anderen Standorten in den Ortsteilen umgesetzt werden und zur Verschönerung beitragen.
Die Projektkosten trägt die Stadt Bad Berleburg im Rahmen des geförderten Zentrenmanagements, weitere Mittel für den Materialaufwand werden aus dem Topf der städtischen Wirtschaftsförderung beigesteuert.
Aufstellung von Fahrradparkern in der Innenstadt
- Ausgangssituation und Idee: Die Stadt Bad Berleburg schafft auf der Grundlage ihres kommunalen Mobilitätskonzeptes neue Angebote in Form von Fahrradparkern, die an verschiedenen Standorten in der Kernstadt aufgestellt werden. Mit dem öffentlichen Angebot sollen in erster Linie Einheimische motiviert werden, Fahrten in der Kernstadt mit dem Rad zurücklegen, um zum Beispiel Einkäufe oder Besorgungen zu erledigen. Selbstverständlich können auch andere Radfahrende, zum Beispiel Radtouristen die Fahrradparker nutzen.
- Öffentlicher Beteiligungsprozess: Die Fachabteilung für Infrastruktur und Erholung der Stadt Bad Berleburg erstellte im Jahr 2025 mit Beteiligung des Zentrenmangements ein Standortkonzept für die Fahrradparker. Die Empfehlungen des städtischen Mobilitätskonzeptes zur Stärkung der autofreien Nahmobilität bildeten eine Grundlage. Insgesamt sind dreizehn Standorte auf öffentlichen bzw. öffentlich zugänglichen Flächen in der Kernstadt vorgesehen, auch an städtischen Spielplätzen. Die Abstimmung mit betroffenen Anliegern und Privateigentümern – soweit erforderlich – führte das Zentrenmanagement durch.
- Zielsetzung und Umsetzung:Nach der Vorplanung und der Herstellung der Fahrradparker im Jahr 2025 soll die Aufstellung an insgesamt dreizehn Standorten durch den städtischen Baubetriebhof bis Frühjahr 2026 abgeschlossen werden. Die Konstruktionen verfügen über drei Rahmenbügel, an der bis zu sechs Fahrräder für Erwachsene und Kinder Platz finden bzw. angeschlossen werden können. Durch ein Rahmenprofil aus Flacheisen und eine Holzauflage, gefertigt aus heimischem Holz, bekommen die Fahrradparker ein individuelles und schickes Design. Die Befestigung am Boden ist mittels Verschraubung bzw. an Spielplätzen mit Bodenfundamenten vorgesehen.
Die Maßnahme der Stadt wird mit öffentlichen Mitteln aus dem Förderprogramm Nahmobilität Nordrhein-Westfalen kofinanziert. Kosten der Aufstellung und Pflege der Fahrradparker trägt die Stadt Bad Berleburg.