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Im Wald Erholung finden - aber mit Rücksicht 23.04.2020 


Im Wald Erholung finden – aber mit Rücksicht

Waldbrand

Aufgrund des trockenen und sonnigen Wetters ist die Waldbrandgefahr derzeit besonders hoch. In den Wäldern darf weder geraucht noch unbefugt mit Fahrzeugen gefahren werden, erinnern Stadt Bad Berleburg, BLB-Tourismus GmbH, Untere Naturschutzbehörde, Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein, Polizei, Feuerwehr und private Waldbesitzer gemeinsam.

Ein fast wolkenloser Himmel, Sonne, Temperaturen bis zu 20 Grad und das bereits seit geraumer Zeit. Der eine oder andere entdeckt das Spazieren und Wandern gerade für sich, genießt die frische Luft, herrliche Ausblicke und das Zwitschern der Vögel – bis die Motocross-Maschine vorbeiknattert und eine Staubwolke hinterlässt. So geschehen am vergangenen Wochenende in und um Bad Berleburg. „Wir haben am Sonntag mehrere Hinweise bekommen, dass Motocross-Fahrer im Bereich Girkhausen, Wunderthausen und Sähling unterwegs waren“, berichtet Bernd Dickel, Erster Polizeihauptkommissar in Bad Berleburg. Private Waldwege mit Motorfahrzeugen zu befahren ist aber schlichtweg verboten und wird mit Bußgeldern geahndet. Bei Beeinträchtigungen von Biotopen oder Naturschutzgebieten kann sogar eine Höchststraße von 50.000 Euro fällig werden.
 
„Wir leben, wo andere Urlaub machen“, betonen Bürgermeister Bernd Fuhrmann und der Geschäftsführer der BLB-Tourismus GmbH Andreas Bernshausen. „Das ist gerade der große Vorteil unserer Region. Wir sollten diesen Erholungsraum entsprechend respektieren und uns rücksichtsvoll verhalten, damit wir alle noch lange etwas davon haben.“
 
Die allermeisten Besucher der Wälder verhalten sich angemessen, aber auch hier gibt es Ausnahmen und die ersten Waldbrände in der Region mahnen zur Vorsicht. Das beschäftigt auch Diethard Altrogge, Leiter des Regionalforstamts Siegen-Wittgenstein: „Wir freuen uns ja darüber, wenn Menschen in den Wald gehen“, betont er, „das tut der Gesundheit gut.“ Die Waldbrandgefahr sei im Moment allerdings sehr groß. Außerdem gebe es derzeit viel störempfindliches Jungwild. Entsprechend sollten sich Waldbesucher verhalten. „Der Wald gehört in der Regel Privatwaldbesitzern“, erinnert Altrogge, „wir würden ja auch nicht durch fremde Vorgärten laufen und dort die Tulpen abschneiden, weil sie uns so gut gefallen.“
 
Einer dieser privaten Waldbesitzer ist Dr. Helmut Roth, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Wittgenstein. „Im Moment geht man ein paar Meter über einen Feldweg und hat die Schuhe voller Staub“, beschreibt er. Während das anhaltend trockene und sonnige Wetter viele Menschen erfreut, bereitet es den Waldbesitzern Sorge: nicht nur vor der weiteren Ausbreitung des Borkenkäfers, sondern auch vor Waldbränden. Roth appelliert an die Waldbesucher: „Unser bisschen Hoffnung, dass der Wald überlebt, sollte man uns nicht kaputt machen.“
 
Wie schützenswert die Natur in der Region tatsächlich ist, darauf weist die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein hin: Mehr als neun Zehntel der Fläche seien als Natur- oder Landschaftsschutzgebiet geschützt. „Hier gibt es wertvolle Tier- und Pflanzengesellschaften, die in vielen anderen Regionen und Ländern schon ausgestorben oder vernichtet sind, und die auch bei uns unter zum Beispiel den Rahmenbedingungen des Klimawandels ums Überleben kämpfen müssen. Hieran sollten wir alle denken, wenn wir uns in der heimischen Natur und Landschaft bewegen, und alles dafür tun, um die empfindliche Flora und Fauna zu schützen und zu erhalten“, heißt es von der UNB.
 
Für viele Waldbesitzer stehen Existenzen auf dem Spiel. Die meisten von ihnen tun deshalb alles dafür, um die Waldwege freizuhalten – damit im Fall eines Brandes die Feuerwehr oder bei einem Unfall der Rettungswagen durchkommen. Daran sollten auch Waldbesucher denken und nur auf den vorgesehenen Wanderparkplätzen parken, nicht auf den Wegen. Wer sein Fahrzeug so abstellt, dass es Rettungskräfte behindert, riskiert außer einer Anzeige auch noch, dass das Fahrzeug von den Einsatzkräften mit einfachen Mitteln aus dem Weg geräumt wird.
 
„Am besten fährt man gar nicht mit dem Auto in den Wald“, appelliert Peter Mengel, Abteilungsleiter „Sicherheit und Ordnung“ im Rathaus. „Auch Fahrzeuge abstellen sollte man dort nicht.“ Der April sei der gefährlichste Monat für den Wald, da die Bäume noch nicht so viel Laub hätten und die Sonne deshalb besonders viel Angriffsfläche habe. „Es darf selbstverständlich auch nicht im Wald geraucht, geschweige denn ein offenes Feuer oder ein Grill angezündet werden.“
 
Klaus Langenberg ermutigt alle Bürgerinnen und Bürger, die 112 zu wählen, falls Rauch oder ein Feuerschein in der Dunkelheit zu sehen sind. „Jeder Hinweis kann helfen“, so der Leiter der Feuerwehr der Stadt Bad Berleburg, „am besten mit konkreten Angaben zum Standort oder der Stelle des Feuers. Außerdem sollte man eine Telefonnummer für einen Rückruf angeben.“ Besondere Vorsicht sei aufgrund der Trockenheit aber nicht nur im Wald geboten, führt Langenberg aus: „Um Haus und Garten herum Unkraut abzuflämmen, ist absolut fahrlässig. Da ist auch das Wohnhaus in Gefahr.“

1. Mai: Polizei und Stadt Bad Berleburg rufen zu umsichtigem Verhalten auf

Derzeit sieht es nicht danach aus, dass sich die Lage bis zum Feiertag am 1. Mai entspannt. „Wir werden die Mai-Wanderungen dieses Jahr noch mehr überwachen“, erklärt Bernd Dickel für die Polizei in Bad Berleburg. „Gruppen-Wanderungen sind in diesem Jahr nicht nur verboten, wir befürchten auch, dass beim gemeinsamen Alkoholtrinken die Hemmschwelle sinkt, im Wald zu rauchen.“ Ganz abgesehen von der derzeitigen Trockenheit gilt im Wald generell vom 1. März bis zum 31. Oktober ein Rauchverbot.
 
Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamts der Stadt Bad Berleburg werden am 1. Mai verstärkt im Einsatz sein. Bürgermeister Bernd Fuhrmann wünscht sich, dass die Solidarität und Disziplin an diesem Tag genauso groß ist wie bisher: „Die Kolleginnen und Kollegen haben bisher gute Erfahrungen gemacht. Die meisten Menschen halten sich an die geltenden Regeln.“ Die Situation sei außergewöhnlich und im Einzelfall schwierig zu ertragen, weiß der Verwaltungschef. „Sicherlich würden viele gerne mit Freunden und Bekannten wandern gehen und sich wie in den letzten Jahren an einem gemeinsamen Ziel stärken. In diesem Jahr müssen wir leider darauf verzichten – aus Rücksicht auf die Angehörigen der Risikogruppe, die jeder von uns im Familien- und Freundeskreis hat, und aus Rücksicht auf unser Gesundheitssystem, das wir nicht überlasten dürfen. Die Trockenheit in unseren Wäldern und die damit verbundene Waldbrandgefahr sind weitere Gründe, in diesem Jahr besonders vorsichtig und rücksichtsvoll zu sein.“

Was es im Wald zu beachten gilt

·       Nicht Rauchen.
·       Kein Grillen oder offenes Feuer.
·       Nicht mit dem Auto / Motorrad in den Wald fahren oder dort parken.
·       Keinen Müll im Wald hinterlassen. Auch z.B. durch Scherben kann sich der Wald entzünden.
·       Auf den Wegen bleiben.
·       Mensch und Tier mit Respekt und Rücksicht behandeln. Hunde anleinen!
 
Nicht jeder weiß, was im Wald erlaubt ist und wie man sich richtig verhält, daher bietet die Wittgenstein-Berleburg'sche Rentkammer Hilfestellung an. "Wer unsicher ist oder Fragen hat, kann sich gerne an uns wenden", erklärt Forstdirektor Johannes Röhl. Unter der Telefonnummer 02751/936010 sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr erreichbar.

Motocross-Fahrer im Wald: Polizei und Rentkammer suchen Zeugen

Motocross-Fahrer im Wald Einen besonders dreisten Verstoß musste Revierförster Hendrik Engelhard von der Wittgenstein Berleburg`schen Rentkammer am Sonntag feststellen. Mehrere Anwohner und Zeugen hatten ihn über Motocross-Fahrer im Waldgebiet oberhalb des Bad Berleburger Krankenhauses in Richtung Laibach/Diedenshausen informiert. Als der Förster und einige Kollegen der Rentkammer wenige Minuten später vor Ort waren, konnten sie das rücksichtslose und zugleich gefährliche Verhalten der sechs Fahrer mit ihren Geländemaschinen beobachten. Zeugen haben Videos und Fotos von den Fahrern aufgenommen.
 
Die Polizei war ebenfalls nach wenigen Minuten vor Ort. Doch weder den Bediensteten der Rentkammer, noch der Streifenwagenbesatzung gelang es, die Motocross-Fahrer zu stellen. „Die Motorradfahrer ließen sich nicht ansprechen, sondern flüchteten durch die Waldbestände in Richtung Laibach“, so Hendrik Engelhard.
 
Durch das Querfeldeinfahren wurde unter anderem ein Quellbereich stark beschädigt. Quellbereiche stellen einen wichtigen Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere da, zum Beispiel die Libellenart „Zweigestreifte Quelljungfer“. Bei solchen Fahrten können nicht nur leicht Unfälle passieren, es besteht auch die Gefahr von Waldbränden sowie eine Gefährdung für den Nachwuchs der Wildtiere.
 
Hinweise zu der Tat vom Sonntag, zu den Fahrern und ihrem weiteren Weg nehmen die Rentkammer Bad Berleburg unter 0172/7077610 und die Polizei Bad Berleburg unter 02751/9090 entgegen.