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Kooperation beim Thema »Digitalisierung« ist einmalig 11.10.2019 


Kooperation beim Thema „Digitalisierung“ ist einmalig

Bei der Jahreskonferenz der „Gemeinsamen Initiative Digitalisierung“ in Bad Berleburg gab es viel Lob für die gute Zusammenarbeit der Partner. In diesem Rahmen wurde auch die kreisweite Digitalisierungsstrategie vorgestellt und diskutiert.

„Das gibt es sonst nicht in Deutschland und meines Wissens nach auch nicht in Europa“, bemerkte der Futurologe Max Thinius zu Beginn der Jahreskonferenz der „Gemeinsamen Initiative Digitalisierung“. Thinius war eigens aus Berlin nach Bad Berleburg gereist, um die Veranstaltung im weiterentwickelten Bürgerhaus am Markt zu moderieren und lobte die Einzigartigkeit der Kooperation: „Dass hier Kommunen eine gemeinsame Strategie entwickeln, ist etwas Besonderes.“

Für den gastgebenden Bürgermeister Bernd Fuhrmann ist diese Zusammenarbeit eine logische Konsequenz: „Wir haben als Städte und Gemeinden in Südwestfalen alle ähnliche Voraussetzungen und sollten deshalb an einem Strang ziehen und voneinander lernen. Ich bin gespannt, was wir in Zukunft gemeinsam daraus machen werden!“

„Anstehen auf dem Amt ist ‚out‘, Behördengänge vom Sofa aus sind der Wunsch“, fasste Landrat Andreas Müller die Notwendigkeit der Digitalisierung von Verwaltungen zusammen. Dabei war für ihn die Vorstellung der gemeinsamen Digitalisierungsstrategie an diesem Tag „kein Schlusspunkt, sondern ein neuer Auftakt, denn jetzt müssen wir die Strategie mit Leben füllen.“

Die Vorstellung der gemeinsamen Strategie übernahm Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves, der Direktor des Forschungskollegs der Universität Siegen (FoKoS), für den die Jahreskonferenz ein Anlass zum Feiern war: „Wir feiern heute das, was wir gemeinsam erarbeitet haben. Wir bekommen zurzeit schon viele Anfragen aus anderen Regionen, die unser Konzept gerne kopieren und von unseren Erfahrungen profitieren möchten.“ Beim Thema „Digitalisierung“ ist es aus seiner Sicht schwierig, sachlich zu bleiben. Die Meinungen und Berichte dazu bewegten sich in einem Spannungsfeld zwischen Hektik und Emotionalisierung. „Wir müssen kritisch sein, aber auch die Chancen sehen!“, rief Prof. Niehaves auf. Er führte aus, dass sich der Kreis Siegen-Wittgenstein und die elf Kommunen im Kreisgebiet mit der Erarbeitung der Digitalisierungsstrategie ein straffes Programm vorgenommen haben, das viel Vorbereitung und Nachbereitung erfordere. „Aber die Strategie garantiert, dass wir in ein gemeinsames Ziel einzahlen“, so der Direktor des FoKoS.

Die Erarbeitung und Umsetzung der Digitalisierungsstrategie besteht aus verschiedenen Modulen: In jedem Rathaus wurden Gespräche und Interviews geführt und in einem Trainee-Programm wurde jeweils ein Mitarbeiter bzw. eine Mitarbeiterin weitergebildet und entsprechend geschult. Aus den Interviews wiederum haben sich gemeinsame Schwerpunkte für die Strategie ergeben, die in die Bereiche „Bevölkerung“, „Bildung“, „Gesundheit“, „Handel“, „Mobilität“, „Tourismus“, „Wirtschaft und Industrie“ und „Verwaltung“ unterteilt sind. In diesen Bereichen sollen in den nächsten Schritten konkrete Projekte entwickelt werden, die der Bevölkerung Vorteile liefern. „Wichtig ist uns allen, dass der Mensch dabei im Mittelpunkt steht“, betonte Prof. Niehaves. Flankiert wird die Digitalisierungsstrategie von Veranstaltungen wie dem „Digital-Dinner“ oder der Jahreskonferenz.

In der anschließenden Diskussionsrunde lieferte Bernd Fuhrmann konkrete Beispiele, wo ähnliches in Bad Berleburg schon umgesetzt wird: „In Elsoff ist mit dem Projekt ‚Cognitive Village‘ beispielsweise die Möglichkeit geschaffen worden, dass auch per Tablet im Dorfladen eingekauft werden kann. Das kann ein Gewinn für ältere Menschen sein, die nicht mehr so mobil sind.“ Neben ihm saß Kristina Röding auf der Bühne, die beim FoKoS für die Erarbeitung der Digitalisierungsstrategie verantwortlich ist und die Zusammenarbeit lobte: „Die Offenheit hier in Siegen-Wittgenstein macht es aus – die Motivation und der Wille, gemeinsam daran zu arbeiten.“

Dr. Stephanie Arens, die bei der Südwestfalen Agentur die Regionale 2025 leitet, sah den Vorteil auch über das Kreisgebiet hinaus: „Wir haben in Südwestfalen handfeste Herausforderungen wie die demografische Entwicklung oder Mobilität und Gesundheitsvorsorge im ländlichen Raum. Digitale Instrumente können dabei sicherlich helfen.“ Prof. Björn Niehaves sah in der Region nicht nur Herausforderungen, sondern auch Vorteile: „Man kann hier Dinge ausprobieren, die man woanders nicht ausprobieren kann. Das sorgt dafür, dass Menschen Potentiale sehen, die sie in der Großstadt nicht sehen.“ Für Landrat Andreas Müller war auch die Kooperation innerhalb der „Gemeinsamen Initiative Digitalisierung“ selbst ein Symbol für die Vorteile der Region: „Unser größter Wert ist die Vernetzung und das Miteinander: Dass wir sehr vernetzt zusammenwirken und daraus etwas Neues entstehen lassen.“

 

Hintergrund: Gemeinsame Initiative Digitalisierung

Der Kreis Siegen-Wittgenstein, die elf Städte und Gemeinden im Kreisgebiet, das Forschungskolleg der Universität Siegen und die Südwestfalen-IT haben sich gemeinsam auf den Weg begeben, die Digitalisierung in der Region zu gestalten. Die Basis hierfür ist die erfolgreiche Bewerbung der Region Südwestfalen für die Regionale 2025 mit dem Schwerpunkt „Digitalisierung“. In den vergangenen Monaten haben alle Partner gemeinsam die Digitalisierungsstrategie entwickelt und werden diese zukünftig mit konkreten Projekten umsetzen.