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Interkultureller Mehrgenerationentreffpunkt

 

Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes Siegen-Wittgenstein und die Stadt Bad Berleburg betreiben gemeinsam einen „Interkulturellen, konfessionsunabhängigen Mehrgenerationentreffpunkt im Quartier“. Das Konzept ist erfolgreich etabliert und wird aktuell im Rahmen einer Projektförderung der Deutschen Fernsehlotterie unterstützt. Bis April 2026 fließen insgesamt 112.000 Euro als Personal- und Sachkostenzuschuss in das Bad Berleburger Projekt. Die Trägerschaft liegt beim DRK Kreisverband Siegen Wittgenstein, unterstützt durch die Stadt Bad Berleburg. „Wir möchten mit dem Projekt erreichen, dass sich jede und jeder hier Lebende zugehörig fühlt zu unserer Bad Berleburger Stadtgesellschaft“, erklärt Bürgermeister Bernd Fuhrmann. Er betont, dass es eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist, älteren oder alleinlebenden Bürgerinnen und Bürgern sowie neu zugezogenen Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern eine Möglichkeit zum regelmäßigen interkulturellen und damit nachhaltigen Austausch zu bieten. Der generationsübergreifende Treffpunkt befindet sich in der alten Landratsvilla des Kreises Siegen-Wittgenstein, direkt neben dem Rathaus. Er bietet mittlerweile täglich Bildungs-, Begegnungs- und Freizeitangebote. Die üblicherweise dort stattfindenden Integrations- und Sprachkurse der VHS sind in die Angebotsstruktur eingebunden. Auch die Sozial-, Migrations- und Flüchtlingsberatung, die Integrationsbeauftragten sowie der Senioren-Service nutzen regelmäßig die Räume. Zudem steht ein voll ausgestatteter Büroraum für ehrenamtliches Engagement zur Verfügung. Die Nutzung der Räumlichkeiten für ehrenamtliche und wohltätige Zwecke ist kostenfrei möglich.

Gesellschaftliches Zusammenwachsen im Quartier

„Interkulturelle Bildung, individuelle Beratung, geselliges Miteinander der Nationen und Generationen sowie Spiel, Spaß und kulturelle Unterhaltung sind Kernelemente. Voneinander lernen, gemeinsam kochen, lachen, spielen, tanzen, singen, erleben, werken und basteln– und vor allem Zeit miteinander verbringen“, fasst die zuständige Fachbereichsleiterin Susanne Halhuber die Aktivitäten im Mehrgenerationentreffpunkt zusammen. Aufgrund der zunehmenden Zuwanderung von Geflüchteten sowie anderer Menschen mit Migrationshintergrund ist es notwendig, in Bad Berleburg einen offenen interkulturellen Treffpunkt für alle Altersklassen zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts anzubieten. Zugleich wirkt das Angebot der Vereinsamung entgegen, insbesondere bei älteren oder alleinlebenden Bürgerinnen und Bürgern. „Mehr als ein Viertel aller Menschen in Siegen-Wittgenstein hat einen Migrationshintergrund. Viele von ihnen sind hier geboren, andere sind erst kürzlich zugewandert. Sie alle sind Teil unserer Gesellschaft. Mit dem Projekt des DRK und der Stadt Bad Berleburg bringen wir verschiedene Generationen und Kulturen zusammen. Das ist ein Beitrag zur gelebten Integration und bereichert unser Zusammenleben. Ich freue mich, dass der Interkulturelle Mehrgenerationentreffpunkt in der alten Landratsvilla sein Zuhause gefunden hat“, sagt Landrat Andreas Müller, Präsident des DRK-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein. Das Zusammenleben aller Altersgruppen und Nationalitäten in Bad Berleburg steht im Mittelpunkt des Projekts. Die Entstehung von Parallelgesellschaften soll verhindert werden.

"Wir-Gefühl unserer Stadtgesellschaft stärken"

„Wir setzen uns gemeinsam mit der Stadt Bad Berleburg dafür ein, dass dieser Interkulturelle Treffpunkt ein Ort für alle Bad Berleburgerinnen und Bad Berleburger ist. Das Deutsche Rote Kreuz bringt seine umfangreiche Erfahrung in der Flüchtlings- und Seniorenarbeit ein, auf die wir bei der Umsetzung zurückgreifen. Mit hauptamtlicher Unterstützung schaffen wir Angebote, die das Wir-Gefühl in unserer Stadtgesellschaft stärken. Die Fördermittel ermöglichen es, dies professionell und unter Einbindung des Ehrenamts umzusetzen“, freut sich Dr. Martin Horchler, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein. Die Betreuung des Treffpunkts wird durch die Quartiersmanagerinnen Jessica Lückert-Durstewitz und Kristin Womelsdorf gewährleistet. Im Fokus stehen soziale Themen wie Integration, Flüchtlingsarbeit, Seniorenarbeit, Jugendkulturarbeit und soziokulturelle Projekte. Das Projekt unterstützt nachhaltige Entwicklungen in den Bereichen Integration, Familie, Senioren, Jugend, Kultur, Freizeit sowie Arbeits- und Ausbildungsförderung. Die Arbeit im offenen, interkulturellen und konfessionsunabhängigen Treffpunkt richtet sich an alle und zeichnet sich durch Verlässlichkeit, Kontinuität und Transparenz aus. Zugleich bleibt sie flexibel, um auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer einzugehen. Eine enge Zusammenarbeit mit der offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt Bad Berleburg ist etabliert, da diese als Impulsgeber für das Projekt diente und über fundierte Kenntnisse in der interkulturellen Kinder- und Jugendarbeit verfügt. Ein tragfähiges Netzwerk aus Integrationspatinnen und -paten, Institutionen, Organisationen, Vereinen, der Stadtbücherei, Unternehmen, Schulen, Kitas und weiteren Partnern trägt zu einer sinnvollen und lebensnahen Freizeit- und Bildungsgestaltung im Treff bei.