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DorfKonferenz Hemschlar 13.03.2018 


Kreativer Austausch der Dörfer

Bei der DorfKonferenz der Stadt Bad Berleburg und der LEADER Region Wittgenstein war von allem etwas dabei: Ein bisschen „Wünsch-Dir-Was“, aber auch konkrete Ideen, wie Projekte umgesetzt und gefördert werden können.

Eine „Dorf-Uni“ in einer ehemaligen Scheune, ein „Support-Café“, in dem junge Leute der älteren Generation Technik erklären, oder ein Badesee für Aue-Wingeshausen. Die Bürgerinnen und Bürger der Bad Berleburger Dörfer haben viele Ideen, wie sie ihre Ortschaften auch für die Zukunft attraktiv aufstellen können, das wurde bei der zweiten DorfKonferenz der Stadt Bad Berleburg deutlich. Rund 100 Vertreter aus den 23 Ortsteilen waren ins Schützenhaus Hemschlar gekommen, um sich zu informieren und über zukünftige Projekte zu diskutieren.

Bereits die erste DorfKonferenz im vorletzten Jahr habe viele gute Impulse gegeben, resümierte Bürgermeister Bernd Fuhrmann. Die Stadt Bad Berleburg habe die Veranstaltung auch deshalb ins Leben gerufen, um Verbindungen zwischen den Dörfern zu schaffen. In ihrer gemeinsamen Begrüßung machten Bernd Fuhrmann und der Vorsitzende der LAG Region Wittgenstein Holger Saßmannshausen deutlich: „Im Austausch mit den anderen Ortschaften in unserer Stadt der Dörfer können wir viel bewegen, wir können uns Vieles vorstellen. Wir können aber leider nicht alles davon bezahlen – zumindest nicht aus der eigenen Tasche.“ Deshalb sei es auch wichtig, sich über Fördermöglichkeiten zu informieren.

Diese Möglichkeiten, durch öffentliche Gelder unterstützt zu werden, schlüsselte Jens Steinhoff aus dem Regionalmanagement der LEADER-Region Wittgenstein auf: Er erklärte, welche Förder-Angebote hinter den Begriffen IKEK und LEADER stecken und machte auch deutlich, dass innerhalb der LEADER-Region noch fast 60 Prozent der Fördergelder, also mehr als eine Million Euro, offen seien für innovative Projekte der drei Wittgensteiner Kommunen.

Ein Projekt, das im Rahmen des Förderprogramms LEADER bereits im Aufbau ist, stellte Regionalmanagerin Ines Wünnemann vor: „Wittgenstein mit E-Bikes entdecken“. Ursprünglich als Idee des evangelischen Kirchenkreises entstanden, um eine E-Bike-Station am Abenteuerdorf in Wemlighausen einzurichten, wurden die Planungen mittlerweile auf ganz Wittgenstein ausgeweitet – und darüber hinaus: „Wir haben inzwischen Kontakt zu den LEADER-Regionen ‚Hochsauerland‘ und ‚4 mitten im Sauerland‘, die die gleiche Idee hatten. Wir möchten jetzt ein gemeinsames Verleihsystem aufbauen“, erläutert Wünnemann.

Auch die Universität Siegen arbeitet mit der LEADER-Region Wittgenstein zusammen, im Projekt „Digitale Dorf.Mitte“. Wie Prof. Dr. Hildegard Schröteler-von Brandt und Dana Kurz erläuterten, werden in drei Modelldörfern analoge und digitale Dorfmitten aufgebaut, die generationsübergreifend Begegnung ermöglichen sollen. Vorläufig gehören Raumland, Arfeld und Puderbach zum Projekt dazu, die konkreten Möglichkeiten, z.B. die Verfügbarkeit von Breitband, werden aber zurzeit noch geprüft. „Wichtig für uns ist, dass die Technik hier als Werkzeug dient“, betonte Dana Kurz, „sie soll kein Selbstzweck sein, sondern Strukturen und Projekte in der Dorfgemeinschaft unterstützen.“

Moderne Techniken zur Unterstützung der Dorfgemeinschaft waren anschließend auch Thema in den Diskussionen der Tischgruppen. Wie schon bei der ersten DorfKonferenz wurden wieder bewusst Nachbardörfer zusammen an Tische gesetzt, um über Maßnahmen für die Dorfentwicklung zu diskutieren. Arfeld und Schwarzenau konnten sich beispielsweise eine App zur Koordination von Fahrgemeinschaften vorstellen. In Berghausen gab es die Idee, die Kneipe in der Dorfmitte als „Ehrenamtskneipe“ zu nutzen und dort Auswärtsspiele der Sportfreunde Edertal per Live-Stream zu übertragen. Auch wenn viele Ideen zunächst aus dem Bereich „Wünsch-Dir-Was“ entstammten, wie es Arfelds Ortsvorsteher Kai-Uwe Jochims ausdrückte, so könnte doch das eine oder andere Projekt Wirklichkeit werden: Alle aufgeschriebenen Ideen werden in den nächsten Wochen ausgewertet, und Jens Steinhoff rief die Vertreterinnen und Vertreter der Dörfer auf: „Scheuen Sie nicht, uns anzusprechen und sich weiter mit uns auszutauschen!“

Einige Ideen im Überblick:

Elsoff, Alertshausen, Beddelhausen, Christianseck:

  • Aufwertung des Außenbereichs der Grundschule Elsoff, beispielsweise durch ein Kleinspielfeld
  • Solaranlage für „Insen Laare“ in Elsoff, um Stromkosten zu senken

 

Stünzel, Weidenhausen, Rinthe:

  • Ausbau der Breitband-Infrastruktur
  • Umnutzung einer Scheune zur „Dorf-Uni“ für Seminare und Schulungen

 

Arfeld, Schwarzenau:

  • Mobilität unterstützen, z.B. Fahrgemeinschaften per App
  • ein „Support-Café“, in dem junge Erwachsene älteren Menschen moderne Technik erklären

 

Aue, Wingeshausen:

  • Ausbau der „Bürgerhaus-Mensa“, in der zurzeit an zwei Tagen im Monat ein günstiges warmes Mittagessen angeboten wird
  • Errichtung eines Badesees und eines Aussichtsturms zur Unterstützung des Tourismus

 

Raumland, Berghausen, Hemschlar:

  • „Park and Ride“-Parkplatz im Bereich B480/L553, um Fahrgemeinschaften zu unterstützen
  • Aufwertung der Dorfmitte Berghausen durch eine „Ehrenamtskneipe“ als Mehrgenerationen-Treffpunkt
  • Vernetzung der Dorfbewohner mit einer „Dorf-App“

 

Girkhausen, Diedenshausen, Wunderthausen, Schüllar, Wemlighausen:

  • Bolzplatz in Diedenshausen ausbessern und Wohnmobil-Stellplätze anbieten
  • Natur- und Wasserspielplatz in Girkhausen mit Nutzung des Osterbachs
  • junges Wohnen in Wunderthausen und Diedenshausen unterstützen, indem Wohngemeinschaften mit Gemeinschafts- und Privaträumen geschaffen werden