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25. Runder Tisch Flüchtlinge 15.05.2018 


Landeseinrichtung Am Spielacker gut aufgestellt

Viele Ehrenamtliche und die Bevölkerung helfen und unterstützen mit Spenden. Geflüchtete Menschen bleiben ab Juli wieder länger in Bad Berleburg.

Der Status der Landeseinrichtung Am Spielacker in Bad Berleburg ändert sich – die Erstaufnahmeeinrichtung wird ab Juli wieder Zentrale Unterbringungseinrichtung –, das ist seit einiger Zeit bekannt. Welche konkreten Auswirkungen und Änderungen das mit sich bringt, war Thema beim Runden Tisch Flüchtlinge. Dort tauschten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Behörden, Politik und Vereinen sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger aus.

„In Bad Berleburg sind wir schon jetzt gut aufgestellt“, bemerkte Andreas Bamberg von der Bezirksregierung Arnsberg, zuständig für die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen, „das DRK macht mehr als man bei einer Erstaufnahmeeinrichtung erwarten kann.“ Trotzdem werden die Angebote in Zukunft weiter ausgebaut werden müssen: Wie Bamberg weiter erläuterte, wird sich mit der Änderung des Status auch die Aufenthaltsdauer der geflüchteten Menschen deutlich erhöhen: „Im Moment sind die Menschen höchstens bis zu 20 Tage hier, in Zukunft können das sechs Monate und mehr werden.“ Das bedeutet auch, dass es wieder mehr Angebote geben muss, wie die Bewohnerinnen und Bewohner ihren Alltag gestalten können: Integrationsmaßnahmen, einfache Arbeitsangebote oder Freizeitaktivitäten.

Bereits jetzt gibt es in der Landeseinrichtung Am Spielacker einige Angebote, die die DRK-Betreuungsdienste dort eingerichtet haben: einen Kindergarten, einen Jugendtreff, eine kleine Schule, eine Bibliothek, ein Frauencafé, einen Spielplatz, einen Fußballplatz, zwei kleine Internetcafés und neuerdings auch einen Männertreff. „Der wird sehr gut angenommen“, erzählte Michael Bosse, der seit Mitte Januar Betreuungsleiter in der Einrichtung ist, „damit hätten wir selbst nicht gerechnet.“ Regelrecht begeistert war Bosse auch von der Hilfsbereitschaft der Bad Berleburger: „Wir haben kürzlich noch mal zu Spenden für die Kleiderkammer aufgerufen. Danach sind unsere 22 ehrenamtlichen Damen quasi überrannt worden.“ Im Frauencafé gibt es jetzt zum Beispiel jede Menge Nähutensilien. Für die Zukunft wünscht sich das Betreuungs-Team des DRK eine intensivere Zusammenarbeit mit dem VfL Bad Berleburg. „Wenn die Menschen wieder mehrere Monate in Bad Berleburg sind, macht eine Meldung in der Fußball-Mannschaft für eine Saison schon Sinn“, so Bosse.

In der Unterkunft leben zurzeit gut 140 Frauen, Männer und Kinder aus 19 Nationen, die von 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des DRK betreut werden, drei weitere Mitarbeiter werden zurzeit gesucht. Bernd Dickel von der Bad Berleburger Polizei konnte berichten, dass es im Moment keinerlei Probleme mit der Einrichtung und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern gibt: „Das läuft alles sehr ruhig.“

Abgesehen von den Flüchtlingen in der Landesunterkunft, deren Verfahren noch laufen, leben in Bad Berleburg auch bereits anerkannte Flüchtlinge und Menschen mit subsidiärem Schutz, denen in ihrem Herkunftsland ernsthafte Gefahr droht. „129 Menschen haben wir schon aufgenommen, 140 muss Bad Berleburg noch aufnehmen, um die Quote zu erfüllen“, erläuterte Regina Linde, Fachbereichsleiterin Bürgerdienste der Stadt Bad Berleburg. Für Ende Juni bzw. Anfang Juli sind 40 Personen angekündigt, für die zurzeit Wohnungen eingerichtet werden. „Wir bemühen uns, die Menschen möglichst dezentral und in privaten Wohnungen unterzubringen“, so Linde.

Eine Möglichkeit für ein Kennenlernen von Bad Berleburgern und geflüchteten Menschen besteht am 12. Juli. Dann findet wieder „BLB Bunt“ statt, bei dem sich auch die Landeseinrichtung mit internationalem Essen, mit Spielen und Informationen zu Heilkräutern aus aller Welt beteiligt. Die Veranstaltung findet von 11 bis 15 Uhr statt, diesmal im Rathausgarten.

Der Runde Tisch traf sich bereits zum 25. Mal. „Das zeigt Kontinuität“, stellte Bürgermeister Bernd Fuhrmann fest. „Institutionen, Kirchen, Bürger und Vereine arbeiten hier zusammen und diese Arbeit wird sehr gut von allen Beteiligten getragen.“